EZB-Zinssitzung

Pflicht erledigt (Leitzins bleibt bei 1%), Kür wartet (Ausstieg aus expansiver Geldpolitik)   Facebook be



04.03.2010
 
Wie lange dürfen die Banken in der Euro-Zone noch mit Unterstützung der EZB rechnen?

Der Leitzins wurde bei 1 Prozent belassen. Er wird es auch weiterhin in den nächsten Monaten bleiben. Ob ansonsten alles beim Alten bleibt, darüber wird Jean-Claude Trichet in der nächsten Stunde Auskunft geben. Der EZB-Chef hatte zuletzt versprochen, dass alle für das zweite Quartal relevanten Entscheidungen getroffen würden.

Wie wird die EZB den Rückzug aus der expansiven Geldpolitik managen? Wie lange dürfen die Banken in der Euro-Zone noch mit Unterstützung der EZB rechnen? Diese Fragen sollte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ab 14.30 Uhr in einer Pressekonferenz der Brüsseler Währungshüter beantworten. Zwar hat sich die Lage am Geldmarkt zuletzt weiter gebessert; die Krise in Griechenland dürfte jedoch die ohnehin sehr zurückhaltenden Notenbanker zusätzlich darin bestärken, dass Vorsicht das Gebot der Stunde ist. Auch die konjunkturelle Erholung geht nach wie vor nur gemächlich vonstatten.

Knifflig wird für die EZB vor allem der Übergang vom zweitem zum dritten Quartal. Am ersten Tag dieses Quartals, dem 1. Juli, müssen die Banken der Euro-Zone tief in die Tasche greifen und 442 Mrd. Euro an die Zentralbank zurück überweisen. Diese enorme Summe hatten sie sich beim ersten wegen der Krise im Juni vergangenen Jahres eingeführten Jahrestender geliehen. Nun ist Zahltag. Experten erwarten, dass die Notenbanker den Geldhäusern einen eher sanften Übergang ermöglichen werden; ein quasi kalter Entzug würde das nach wie vor unter den Folgen der Krise ächzenden Finanzsystem wohl überfordern.

Auch die britische Notenbank blieb heute ihrer Niedrigzinspolitik treu, beliess den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. (red/APA)


 
 

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