Zwei mal Wien - einmal die Stadt, einmal eine Immobiliengesellschaft, die auf die Errichtung von Vorsorgewohnungen spezialisiert ist. Wien - die Stadt - geht aber fremd und bietet Franken an, Wienwert - die Gesellschaft - eine Nullkupon sowie eine Fixzinsanleihe in Euro.
Das ist Ihnen nicht weit genug? Koreanischen Won gibt es auch; BP in australischen Dollar oder die EBRD in brasilianischen Real. Zu exotisch? Polen wirft Staatsanleihen ins Rennen.
Doch das Thema des Tages ist die EZB, die in der Früh mit den Beratungen weiterer Ausstiegsschritte aus den umfassenden Krisenhilfen für das Finanzsystem begonnen hat. Im Kern geht es um die Frage, wie lange die Banken in der Euro-Zone noch mit Unterstützung der EZB rechnen können. Wie in den vergangenen Wochen durchsickerte, dürfen die Geldinstitute darauf hoffen, dass sie noch bis ins dritte Quartal von der EZB so viel Geld bekommen, wie sie benötigen.
Zwar hat sich die Lage am Geldmarkt zuletzt weiter gebessert; die Krise in Griechenland dürfte jedoch die ohnehin sehr zurückhaltenden Notenbanker zusätzlich darin bestärken, dass Vorsicht das Gebot der Stunde ist. Ihren Leitzins dürften die Währungshüter deshalb noch für längere Zeit bei 1 Prozent belassen.
Wie es nach vielen Monaten im Krisenmodus bei der Liquiditätsversorgung der Banken weitergeht, wird EZB-Chef Jean-Claude Trichet im Anschluss an die Zinssitzung wie gewohnt vor der Presse erläutern. Er hatte zuletzt versprochen, dass alle für das zweite Quartal relevanten Entscheidungen getroffen würden. Bislang können sich die Banken darauf verlassen, dass sie noch bis Mitte April bei den jede Woche stattfindenden sogenannten Hauptrefinanzierungsgeschäften so viel Geld bekommen wie sie wollen. Knifflig wird für die EZB vor allem der Übergang vom zweitem zum dritten Quartal. Am ersten Tag dieses Quartals, dem 1. Juli, müssen die Banken der Euro-Zone tief in die Tasche greifen und 442 Mrd. Euro an die Zentralbank zurück überweisen. Diese enorme Summe hatten sie sich beim ersten wegen der Krise im Juni vergangenen Jahres eingeführten Jahrestender geliehen. Nun ist Zahltag. Experten erwarten, dass die Notenbanker den Geldhäusern einen eher sanften Übergang ermöglichen werden; ein quasi kalter Entzug würde das nach wie vor unter den Folgen der Krise ächzenden Finanzsystem wohl überfordern.
(apa/red)









