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Staatsverschuldung sorgt in Eurozone für Unruhe   Facebook be



01.03.2010
 
Griechenland gerät tiefer in den Strudel

Die Situation für Griechenland hat sich verschlechtert. Große deutsche Banken möchten nicht mehr in griechische Staatsanleihen investieren. Die Renditen für eine 10-jährige griechische Staatsanleihe sind von 4,9 Anfang Dezember 2009 auf 7,0 Prozent Ende Januar angestiegen. Jetzt liegt die Rendite bei 6,5 Prozent (Quelle: Bloomberg, 26.02.2010). Bereits im Dezember wurde die Bonität Griechenlands durch Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch heruntergestuft. Moody’s und Fitch erwägen gar eine weitere Herabstufung.

Auswirkungen auf Europäische Unternehmensanleihen gering
Die mangelhafte innerstaatliche Kontrolle der Geldpolitik hat die Debatte rund um die Europäische Währungsunion wieder neu entfacht. Thematisiert wurde auch, dass es zu einem Auseinanderbrechen kommen könnte. „Diese Ungewissheit hat die Spreads von Unternehmensanleihen vergrößert und für einen Ausverkauf an den Aktienmärkten gesorgt“, sagt Stefan Isaacs, Fondsmanager des M&G European Corporate Bond Funds. „Dennoch liegen die Spreads europäischer Investment-Grade-Anleihen noch immer ungefähr auf dem Stand von Ende Dezember und sind seit dem Tiefstand Mitte Januar um weniger als 20 Basispunkte gestiegen. Die Auswirkungen auf die Kurse von Investment Grade Corporate Bonds waren demnach relativ gering“. So weist der Merrill Lynch EMU Corporate Index in diesem Jahr denn auch eine positive Rendite aus. „Dies erscheint auf den ersten Blick nicht einleuchtend, allerdings haben viele Emittenten wie etwa BAA, Bacardi, Davide Campari oder Goldman Sachs ihre Einkommensströme diversifiziert und weisen robuste Bilanzen aus, womit sie in einer guten Position sind, um ihre Schulden bedienen zu können“ erklärt Issacs.

Zinsen
bleiben tief

„Obwohl Gespräche über den richtigen Zeitpunkt und die richtige Strategie zum Ausstieg aus den Konjunkturpaketen geführt werden, heißt das nicht, dass dies in unmittelbarer Zukunft passieren wird. Es wird ein allmählicher Prozess sein“, meint Isaacs. Auch wenn die US-Notenbank gerade den Diskontsatz angehoben hat, war sie darum bemüht zu betonen, dass dies keinen sofortigen Leitzinsanstieg nach sich ziehen wird. „Wir gehen davon aus, dass die Leitzinsen dieses Jahr – wenn überhaupt – nicht sehr stark erhöht werden. Der Anstieg ungenutzter Produktionskapazitäten und Arbeitslosigkeit bleiben weiterhin ein Thema. Das Wachstum in Europa wird noch eine Zeit lang schwach und die Inflation niedrig bleiben. Selbst wenn die Leitzinsen erhöht werden sollten, würde eine Anpassung nur langsam erfolgen, sofern die Erholung der Wirtschaft nachhaltig erscheint. Ich denke nicht, dass die heutigen Daten bereits eine solche Entwicklung andeuten.“

Unternehmensanleihen weiterhin attraktiv

Isaacs ist davon überzeugt, dass es sich aus folgenden Gründen immer noch lohnt, in Unternehmensanleihen zu investieren:

• Trotz der extremen Rallye im Kreditbereich seit dem Tiefstand im März 2009 sind die Spreads von Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich historisch gesehen immer noch relativ hoch. Die Spreads von europäischen BBB-Anleihen liegen laut dem Merrill Lynch EMU Corporate Index mittlerweile 246 Basispunkte über den Staatsanleihen (Quelle: Bloomberg, 26.02.2010). Im Vergleich dazu lagen die Spreads 2002 bei einem Durchschnitt von 210 Basispunkten nach dem Platzen der Technologieblase und den Zahlungsausfällen bei Enron und WorldCom.

• Die Spreads bei Investment Grade Unternehmensanleihen
überkompensieren die Investoren noch immer für ihr eingegangenes Risiko. Zum Beispiel implizieren die momentanen Spreads von BBB-Unternehmensanleihen eine kumulierte Ausfallrate über fünf Jahre von 18 Prozent, was viel höher ist als die tatsächliche durchschnittliche Ausfallrate von 1,8 Prozent seit 1970.

• Die Ausfallraten bei Unternehmen dürften im laufenden Jahr weiter zurückgehen. Gründe dafür sind vor allem die Wiedereröffnung der Kapitalmärkte (vor allem des High-Yield-Marktes) und weniger restriktive Vorschriften der Banken für die Vergabe von Darlehen an Unternehmen.

• Das geringere Volumen von Unternehmensanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen sollte die Verengung der Spreads unterstützen.

• Unternehmensanleihen bieten im Vergleich zu den niedrigen Zinsen im Geldmarktbereich noch immer attraktive Renditen.

„Wir glauben, dass Unternehmensanleihen eine gute Quelle für Renditen bleiben, vor allem da wir erwarten, dass die Geldversorgung und Stimulierungsmaßnahmen der Staaten auch 2010 weitergeführt werden. Das Hauptrisiko für Unternehmensanleihen in diesem Jahr ist eine erneute Risikoaversion seitens der Investoren. In diesem Szenario würden die Spreads sicher wieder ausgeweitet, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie das depressionsähnliche Niveau von Anfang 2009 erreichen würden. Wir denken, dass die Nachfrage nach dieser Anlageklasse stark bleiben wird, vor allem da Inflationsrate und Zinsen noch für längere Zeit niedrig bleiben werden“, sagt Isaacs.


 
 

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