Jetzt fügt sich auch Kenneth Rogoff in die Reihe jener ein, die sich um China sorgen. Der Harvard-Professor und ehemalige IWF-Chefökonom fürchtet, dass sich Chinas Wirtschaftswachstum in spätestens zehn Jahren auf bis zu 2 Prozent verlangsamen wird, wenn eine “Schulden getriebenen Blase” geplatzt ist. Das wird eine Rezession in der Region auslösen, sagt Rogoff im Interview mit Bloomberg. Und: “Es wird nicht passieren, dass ein ganzes Jahrzehnt lang im Konjunkturzyklus keine Hindernisse auftreten.”
Sein Szenario: “Es würde eine Rezession in der gesamten Umgebung auslösen, einschliesslich Japans und Südkoreas. Auch für die Rohstoffexporteure Lateinamerikas wäre es schrecklich.”
Was das Platzen der Blase in China auslösen wird, ist sich Rogoff nicht sicher, doch die Grundstückspreise sind ein guter Tipp, weil sie “die häufigste Ursache” für Krisen sind.
Mit dem Tipp Immobilien kann sich auch Starinvestor Jim Rogers anfreunden. Denn dieser meint, dass sich an den Immobilienmärkten von Schanghai und Hongkong bereits Preisblasen gebildet haben. Und vielleicht noch viel grosser sind, als die Zahlen zeigen. Denn die Daten zum chinesischen Immobilienmarkt verbergen das Ausmass, in dem Spekulationen die Preise in einigen der grösseren Städte nach oben treiben, so die Befürchtung der Weltbank. Die offiziellen Zahlen “dürften die tatsächliche Entwicklung unterrepräsentieren”, sagte Ardo Hansson, Chefvolkswirt für China bei der Weltbank. “Die Leute kaufen Immobilien, weil sie denken, dass die Preise nächste Woche oder nächsten Monat noch höher sind” – was an die jüngste US-Entwicklung am Immobilienmarkt erinnert.
Die Immobilienverkäufe in China haben im vergangenen Jahr um 75,5 Prozent auf 4,4 Billionen Yuan zugenommen. Angetrieben wurde der Markt von einem Rekordvolumen von 9,59 Billionen Yuan an neuen Krediten.
Mark Faber hat sich auch bereits kritisch geäussert und sieht ähnliche Auswirkungen wie Rogoff: Die Konjunktur in China wird sich nach Überzeugung des Investors deutlich verlangsamen. Überkapazitäten sowie ein geringeres Kreditwachstum bergen die “Gefahr eines Crashs”. Und kommt es in China zu einem solchen Crash, so Faber weiter, wird sich das katastrophal auf die Preise für Rohstoffe auswirken, die in der Industrie verarbeitet werden. Daher bevorzugt Faber Nahrungsmittel wie Weizen, Mais und Sojabohnen als Investment. Oder einen Bauernhof: “Auch das ist eine Methode, um an künftigen Preiserhöhungen von Nahrungsmitteln zu partizipieren.”
(ag/gill)






