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23.02.2010
 

Die positive Anfangseröffnung an den Börsen trübte sich heute rasch ein. Grund sind volkswirtschaftliche Daten, die nicht dem Geschmack der Anleger entsprachen. Ausserdem lassen Teile der Daten auf ähnliche Enttäuschungen in der näheren Zukunft schliessen - vor allem für die Automobilindustrie.
Doch zuerst zu den Daten an sich: Erstmals seit fast einem Jahr hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Februar überraschend von 95,8 auf 95,2 Punkte, Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 96,1 Zähler gerechnet. Als Hauptgrund für die Verschlechterung der Lage wurde das kalte Wetter ausfindig gemacht, dass die Einkaufslust der Konsumenten erstarren hat lassen. Und da das kalte Wetter sich nicht nur in Stimmungsindikatoren niederschlägt, sondern auch in der realen Wirtschaft, kann hier durchaus bereits mit einer sich (kurzfristig) wieder eintrübenden Situation gerechnet werden, einer konjunkturellen Durststrecke bis zum Frühjahr. Zumindest sieht dies das Ifo-Institut so: „Das erste Quartal wird stark durch die Witterung geprägt sein und die Wirtschaftsleistung eventuell sogar zurückgehen“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Das Problem der kalten Witterung sprach übrigens kürzlich Christian Heger, CIO von HSBC AM, im Interview mit dem Börse Express an (siehe http://www.boerse-express.com/­857487.

Bei der Witterung kann noch gehofft werden, dass sich die entfallene Nachfrage einfach nach hinten verschiebt, bei der Abwrackprämie gibt es diese Hoffnung nicht, hier wurde bereits konsumiert. Auswirkungen davon zeigen sich heute in Frankreich. Dort hat die abgespeckte Verschrottungsprämie die Konsumausgaben einbrechen lassen. Sie fielen im Jänner im Vergleich zum Vormonat um 2,7 Prozent, minus 1,1 Prozent wurden erwartet. Verantwortlich für die Fehleinschätzung war der Einbruch der Autoverkäufe um 16,7 Prozent, nachdem die Abwrackprämie zu Jahresbeginn von 1000 auf 700 Euro gesenkt wurde.
Gerade die Automobilindustrie dürfte somit eine sein, die im Laufe des Jahres mehr und mehr mit schlechteren Absatzzahlen aufwarten wird, dank der statischen Abwrackprämien-Verkaufsblase im Vorjahr. Der nächstgrössere Auslauftermin ist Ende Mai (siehe Grafik), dann wird China den Pkw-Erwerb nicht mehr mit bis zu 600 Euro fördern. Dank der Prämie zogen allein im Jänner die Verkäufe gegenüber dem Dezember um 20 Prozent auf etwas über 1,2 Millionen Stück an. Zum Vergleich: Bis zur Einführung der Prämie zum Halbjahr ‘09 lagen die Verkäufe bei kaum mehr als 600.000 Stück.

Fazit: Jetzt ist nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, um in Corporate Bonds von Automobilherstellern zu investieren. Selbst Anleger die langfristig an die Zukunft von Peugeot, auch als Stolz der Franzosen, glauben, und auf eine deutlich unter Nominale notierende Anleihe (FR0010014845) mit einer Rendite von 7,95 Prozent schielen, sollten noch etwas abwarten. Im Rating-Vergleich sollte der Bonds eher bei 8,0 Prozent rentieren ...

(gill)



Abwrackprämien und ihr Ablaufdatum
Ausgewählte Euro-Bonds von Automobil- und Reifenherstellern Quelle: Bloomberg

 
 

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