Verglichen mit Dezember zogen die deutsche Verbraucher-Preise im Jänner um 0,8 Prozent an. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet, was Europas Anleihenmärkte einen kleinen Dämpfer versetzte – steigen die Inflationssorgen, steigen damit automatisch Zinserhöhungsängste.
Passend dazu die jüngste Äusserung des IWF: Der Internationale Währungsfonds hat in einem internen Papier das von den meisten Notenbanken gewählte Inflationsziel infrage gestellt. Das derzeitige Ziel von zwei Prozent sei ausreichend "in einer Welt der kleinen Schocks". Angesichts der schweren Finanzkrise von 2008 könnten sich die Zentralbanken jedoch überlegen, ob sie in normalen Zeiten eine höhere Inflation zulassen, so dass ihnen in wirklich harten Zeiten mehr geldpolitischer Spielraum bleibt, schreibt IWF-Forschungsdirektor Olivier Blanchard in dem Bericht.
Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger nannte den Vorschlag heute gefährlich - Die Menschen seien derzeit wegen der hohen Staatsverschuldung sehr verunsichert: “Wenn der IWF in einer solchen Phase sagt, dass die Geldwertstabilität auch noch bei vier Prozent Inflation gewährleistet ist, vergrössert dies das Misstrauen. Deswegen meine ich, es ist nicht nur eine Schnapsidee, sondern auch etwas, was überhaupt nicht in die aktuelle politische, ökonomische Konstellation passt", sagte Bofinger.
Für all jene, die jetzt Angst vor Inflation haben, hat Frankreich ein Angebot geschnürt – zwei inflationsgeschützte Anleihen (siehe Tabelle).
Es gilt aber aufzupassen, da sich beide Papiere an anderen Inflationsraten orientieren. Die bis 2020 laufende Anleihe hat als Referenzgrösse die Teuerung der Euro-Zone ex Tabak, bei der bis 2023 laufenden ist es das französische Pendant. Die Euro-Variante zahlt sich aus, wenn die Teuerung im Schnitt bei mehr als 1,77 Prozent liegt.
(gill)


