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Osteuropa

Keine Probleme für CEE-Länder bei Refinanzierung ihrer Staatsschulden   Facebook be



18.02.2010
 
Erste-Analysten: Osteuropa geringer verschuldet als Eurozone - Euro-Einführung dürfte sich auf 2015/16 verzögern

Die osteuropäischen Staaten erwarten heuer keine Probleme bei der Refinanzierung ihrer Staatsschulden, auch weil ihre Verschuldung im Vergleich mit Westeuropa noch immer relativ gering ist. Die Euro-Einführung in den Ländern Mittel- und Osteuropas (CEE) dürfte sich nach Einschätzung von Juraj Kotian, Analyst bei der Erste Group, auf frühestens 2015/16 verschieben. Darüber hinaus unterstrich er bei einer Pressekonferenz, dass die CEE-Länder mit den Anti-Krisenmaßnahmen früher als die Länder der Eurozone begonnen hätten.

Nach Schätzungen der Erste-Analysten belaufen sich die Staatsschulden Ungarns, Tschechiens, Polens, der Slowakei, Rumäniens und Kroatiens, die zusammen rund 90 Millionen Einwohner haben, auf insgesamt 347 Mrd. Euro und liegen damit knapp über den 300 Mrd. Euro, die für das 11,17 Millionen Einwohner zählende Griechenland veranschlagt werden. Der Spitzenreiter bei der Verschuldung in der Eurozone ist Italien mit geschätzten 1.757 Milliarden.

Trotz der Wirtschaftskrise ortet Kotian einen Liquiditätsüberschuss in der CEE-Region, der heuer für einen Rückgang bei den Zinsaufschlägen für Staatsanleihen sorgen könnte. Im Fall Rumäniens wird mit einem Rückgang um 1,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent gerechnet. Außerdem erwartet er, dass die Banken in Osteuropa aufgrund des gedämpften Kreditwachstums in der Region große Anteilte der Einlagenzuwächse in Staatspapiere investieren. Dies könnte rund 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dieser Länder erreichen. Außerdem könnten andere institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionsfonds bis zu 2 Prozent des BIP in Staatsanleihen investieren.

Die Ausweitung der Eurozone auf die CEE-Staaten dürfte sich schwieriger als bisher gestalten. Die Erste-Analysten erwarten strengere Regelungen bei der Erfüllung der Maastricht-Kriterien, etwa dass die Vorgaben über einen längeren Zeitraum erfüllt werden müssten. Dazu komme, dass aufgrund der Wirtschaftskrise hohe Budgetdefizite unter die 3-Prozent-Grenze gedrückt werden müssen. Dies bedeute etwa für Polen und Rumänien, die den Beitritt zum sogenannten ERM-2, dem Wartezimmer zum Euro, bis 2012 anstreben, dass die Budgetdefizite ausgehend vom Vorjahr pro Jahr um 2 Prozentpunkte gesenkt werden müssten.

Einen Vorteil der CEE-Region im Vergleich mit Westeuropa ortet Kotian auch bei der Struktur der Staatsschulden. Während bei den meisten westeuropäischen Ländern der Anteil der ausländischen Geldgeber relativ hoch ist und damit auch die Wahrscheinlichkeit eines "raschen Abverkaufs", seien die CEE-Staaten noch immer relativ gering im Ausland verschuldet.

So entfällt bei dem am meisten verschuldeten CEE-Staat Ungarn, das mit Staatsschulden von knapp 80 Prozent des BIP bereits beim Durchschnitt der Eurozone angelangt ist, nur rund ein Viertel davon auf ausländische Geldgeber. Zum Vergleich: Bei Österreich ist es die Hälfte des Staatsschulden, die auf knapp 70 Prozent des BIP angewachsen sind. Am meisten im Ausland verschuldet ist Griechenland mit 86 Prozent des BIP. (APA)


 
 

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