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Wegbereiter

Erfolg bei Spanien-Anleihe dämpft Griechenland-Sorgen   Facebook be



18.02.2010
 
Emission deutlich überzeichnet - Hoffnung auf Entspannung in Griechenland-Krise

Die starke Nachfrage nach einer spanischen Staatsanleihe hat Hoffnungen auf Entspannung in der griechischen Schuldenkrise geweckt. Experten sehen den Erfolg der Regierung in Madrid vom Mittwoch, frisches Geld am Markt aufzunehmen, als Wegbereiter für eine anstehende griechische Emission. "Gute Nachrichten in der Peripherie der Euro-Zone sind auch gute Nachrichten für Griechenland", sagte Leonidas Fragiadakis von der National Bank of Greece, dem größten Kreditinstitut des Landes. Experten warnten jedoch vor allzu großem Optimismus.

"Der wahre Test kommt auf uns zu, wenn Griechenland eine Anleihe auf den Markt bringt", sagte Ioannis Sokos von BNP Paribas. Die Emission der 15-jährigen spanischen Anleihe war nach Daten des Thomson-Reuters-Dienstes IFR stark überzeichnet. Der Risikoaufschlag liegt wohl am unteren Ende der angestrebten Spanne. Die endgültigen Konditionen sollten am Abend bekanntgegeben werden. Ängste vor einer Pleite Griechenlands hatten auch die Anleihen anderer stark verschuldeter Euro-Zonen-Länder wie Spanien oder Portugal belastet. Der Euro gab am Mittwoch leicht nach, nachdem er am Vortag den größten Tagesgewinn seit Juli verbucht hatte.

Der Erfolg Spaniens könnte einer griechischen Anleihe den Weg ebnen. Die griechische Finanzagentur will in den nächsten Wochen eine zehnjährige Anleihe auf den Markt bringen und dafür auch im Ausland werben. Diese Pläne könnten nun vorangetrieben werden. Der gesamte Refinanzierungsbedarf Griechenlands liegt in diesem Jahr bei 53 Mrd. Euro. Allein im April und Mai werden ungefähr 20 Mrd. Euro fällig.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Regierung in Athen eine fünfjährige Anleihe am Markt platziert. Die Nachfrage bei den Investoren war dabei groß - allerdings nur zu einem vergleichsweise hohen Zinssatz. Die Märkte würden auch in Zukunft hohe Risikoaufschläge verlangen, sagte UBS-Experte Justin Knight. Das ändere sich wohl erst, wenn Details zu den Hilfen der Europäischen Union bekanntwürden.

Die EU hat Griechenland grundsätzlich Unterstützung in der Schuldenkrise zugesagt. Dafür muss die Regierung in Athen aber gegen den Widerstand der Gewerkschaften ein striktes Sparprogramm umsetzen, das unter anderem Steuererhöhungen, eingefrorene Gehälter im öffentlichen Dienst, Einschnitte bei den Sozialleistungen und eine Rentenreform umfasst. Erste Erfolge verzeichnete die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou bereits: Die Finanzbeamten sagten einen Streik für Mittwoch ab. Die Landwirte hatten ihre Blockade schon am Dienstag aufgegeben. Ein Kräftemessen steht kommende Woche an, für die die beiden größten Gewerkschaften zu einem Ausstand aufgerufen haben.

Bis 2012 will die Regierung in Athen wieder die EU-Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, allein in diesem Jahr soll das Haushaltsdefizit um vier Prozentpunkte reduziert werden. Im Jänner kam sie diesem Ziel ein Stück näher: Die Steuereinnahmen legten überraschend stark zu, unter dem Strich lag der Haushalt sogar im Plus.


 
 

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