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17.02.2010
 

85 Basispunkte über dem Benchmark Swapsatz, das muss derzeit Spanien am Kapitalmarkt für seine Anleihen bieten. So hiess es aus involvierten Bankenkreisen - und so kam es auch. Das sind zusätzliche zwölf Basispunkten Risikoprämie gegenüber der Verzinsung der letzten 15-jährigen spanischen Benchmarkanleihe. Dafür sollen sich Anleger bei diesem Zinssatz um das Papier gerissen haben, es wird von einer fast drei mal so grossen Nachfrage gesprochen.
Es ist die erste Anleiheemission Spaniens ISIN ES00000122E5), seit sich Sorgen über die Finanzierbarkeit einiger europäischer Staatshalte breit machen – das Wort PIGS eine neue Bedeutung bekam.
Spanien weist das dritthöchste Defizit (11,4%) unter den Staaten der Eurozone aus. Im laufenden Jahr muss Spanien nach Schätzungen der Regierung Anleihen im Volumen von 97 Mrd. Euro emittieren. Damit sollen Schulden refinanziert und der Haushalt finanziert werden.
Spanien hat in der Eurozone die höchste Arbeitslosenrate (19 Prozent) und steckt seit dem zweiten Quartal 2008 in der Rezession. Ein Ende ist nicht absehbar. Wie das staatliche Statistikamt am Mittwoch bekannt gab, war das BIP im vierten Quartal um 0,1 Prozent rückläufig. Auf Jahresbasis lag das Minus bei 3,1 Prozent.
Premier Jose Luis Rodriguez Zapatero gelobt aber Besserung. 2013 soll das Defizit wieder bei Euro-konformen unter 3,0% liegen. Massnahmen u.a.: Im Juli wird die Mehrwertsteuer angehoben; nur einer von zehn ausscheidenden Beamten wird ersetzt; das Rentenalter wird von 65 auf 67 Jahre angehoben.
Die eingeleiteten Schritte beurteilt Gilles Moec vom Deutsche Bank Research positiv: “Auf dem richtigen, schmerzhaften Weg”, nennt er das. Dass das Defizit in 2013 aber bei drei Prozent liegen wird, das glaubt er nicht.

Pimco kauft beständig brasilianische Anleihen, sagte Michael Gomez, Co-Leiter Emerging Markets bei Pimco, im Interview mit Bloomberg News. Gomez setzt darauf, dass der Gewinner der im Oktober anstehenden Präsidentenwahl ähnlich wie 2002 Luiz Inacio Lula da Silva das Wirtschaftswachstum ankurbelt und gleichzeitig das Haushaltsdefizit eindämmt.

Das Vorgehen Pimcos erinnert an das Jahr 2002 – damals ging die Rechnung schlussendlich auf: 2002 stockte Pimco im Gegensatz zu zahlreichen anderen Investoren die Positionen bei brasilianischen Anleihen auf. Anleger fürchteten, dass Lula die Staatsausgaben hochfahren und das Land in die Zahlungsunfähigkeit führt, wenn der ehemalige Gewerkschaftsführer zum Präsidenten gewählt wird. Stattdessen senkte Lula nach seinem Amtsantritt im Januar 2003 die Staatsausgaben und reduzierte das Haushaltsdefizit von 4,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2002 auf 2,8 Prozent um Jahr 2004. Seitdem ist das Defizit beständig unter vier Prozent des BIP, was Brasiliens Rating in die Güteklasse “Investmentgrade” gehoben hat.

“Wir sind ganz sicher, dass Brasilien weiterhin eine vernünftige politische Linie verfolgen wird”, sagte Gomez beim Interview.
Mit dieser Auffassung stellt sich Pimco aber gegen Namen wie Bank of America. Die grösste US-Bank warnt, dass die Bewertung brasilianischen Wertpapieren darauf hindeutet, dass das Risiko unterschätzt wird; Etwa dass die neue Regierung die Unabhängigkeit der Zentralbank einschränke. Auch Itau Unibanco, die grösste nichtstaatliche Bank Brasiliens, sieht ein “wachsendes politisches Risiko” und rät ihren Kunden, Aktieninvestments in Brasilien über Derivate abzusichern.

Aktuelle Neuemissionen unter http://www.foonds.com/

(gill/ag)


 
 

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