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Staatsanleihen

Internationale Versicherer ächzen unter Griechenland-Dilemma   Facebook be



16.02.2010
 
Marode Staatsfinanzen belasten Anleihen im Depot

Die griechische Schuldenkrise schlägt weiter hohe Wellen und lässt Europas Versicherer um Milliarden bangen. Berechtigten Anlass zur Sorge geben die Staatsanleihen, die Konzerne wie die Allianz oder Munich Re auch von Europas größten Risikoländern in hohem Ausmaß in ihren Depots haben. Nach Angaben von J.P. Morgan investierten die Versicherer mehrere Milliarden Euro in die Schuldverschreibungen von Griechenland, Spanien, Irland, Portugal sowie Italien und sehen sich nun mit Millionenverlusten konfrontiert. Solange der Staatsbankrott droht, müssen die Unternehmen mit Abschreibungen rechnen.

Die Aktienkurse der Versicherer sind wegen des Griechenland-Debakels bereits stark unter Druck geraten. "Bis in der EU eine Lösung für die Schuldenkrise gefunden ist, bleibt das Thema für die Konzerne spannend", meint ein Marktbeobachter gegenüber pressetext. Ohne Einbußen komme man wohl nicht aus dem Dilemma. Ein möglicher Ausweg wären Umschuldungen. Auch diese wären jedoch mit Abschreibungen verbunden. Wie hoch die Verluste schlussendlich ausfallen, bleibt vorerst offen.

Peanuts

Die Allianz hat den Angaben nach alleine in griechische Schuldscheine rund 3,6 Mrd. Euro gesteckt, was etwa einem Prozent der festverzinslichen Anlagen des Unternehmens entspricht. Dazu kämen 6,3 Mrd. Euro im krisengeplagten und ebenso vom Bankrott bedrohten Spanien sowie mehr als 25 Mrd. Euro in Italien. Durch die sinkenden Kurse griechischer Anleihen hat der Versicherungskonzern "zum 3. Februar bereits über 100 Mio. Euro an Buchwert verloren", schreibt das Handelsblatt. Die spanischen und portugiesischen Anleihen erhöhen die Summe auf rund 150 Mio. Euro.

J.P. Morgan zufolge liegt der Fall bei der Münchener Rückversicherung mit 1,5 Mrd. Euro allein in griechischen Staatsanleihen ähnlich. Darüber hinaus seien 2,1 Mrd. Euro an spanischen und 1,1 Mrd. Euro an italienischen Papieren im Munich-Re-Depot. Hier summierten sich die Buchverluste auf knapp 90 Mio. Euro. Allerdings werden die Titel in der Regel bis zur Endfälligkeit gehalten, über Schwankungen wird hinweg gesehen. Zudem sind die Summen im Vergleich zum gesamten Investitionsvolumen der Versicherer gering. Das festverzinsliche Portfolio der Münchener umfasst ein Volumen von rund 165 Mrd. Euro.

(APA)


 
 

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