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Gold

Neueste Zahlen zu den Goldreserven (II)   Facebook be



14.02.2010
 
Goldreserven wurden Anfang des Jahrzehnts verschleudert

Goldreserven wurden in der Schweiz, Österreich und England verschleudert

Es ist (zumindest aus heutiger Sicht) unverständlich, weshalb die Schweiz, Österreich und Großbritannien Anfang des Jahrzehntes einen Großteil ihrer Goldreserven zu Kursen um die 300 USD verschleudert haben. Bezogen auf den heutigen Goldpreis ist der volkswirtschaftliche Schaden beträchtlich (das Gold wurde teilweise in USD-Papiere getauscht).
Konkret sieht dieses Werk der Wertvernichtung wie folgt aus:
Die Schweiz besaß 1999 2590 Tonnen Gold (das wären 333 Gramm pro Kopf (rund 8500 Euro)), aktuell noch 1040 (-60%). Davon wurden 1300 Tonnen in den Jahren 1999 bis 2004 verkauft: durchschnittlicher Goldpreis geschätzt 350 USD/Unze (1 kg = 32 Feinunzen). Bei einem aktuellen Goldpreis von 1100 USD/Unze ist dies ein Schaden von rund 37 Mrd. USD.
Eine besondere Hand beim Wertvernichten hatte der damalige Schatzkanzler Gordon Brown (und heutiger Premier), der in den Jahren 2000 bis 2002, also ziemlich zum Tiefstkurs die Hälfte der Goldreserven, 326 Tonnen verkaufte. Schaden: 8,4 Mrd. USD.
Nicht viel besser Österreich: Österreich besaß 1999 rund 407 Tonnen, aktuell sind es nur mehr 280 Tonnen. Von diesen 127 Tonnen wurde fast alles in den Jahren 2000 bis 2002 verkauft: Schaden bei einem angenommenen Verkaufspreis von 300 USD: 3,3 Mrd. USD.

Der Wertverlust pro Kopf ist besonders in der Schweiz beträchtlich

Auf die Einwohnerzahl bezogen ist der Schaden für die Schweiz mit Abstand der größte: 4750 USD pro Einwohner. Bei Österreich sind es knapp 400 USD, in Großbritannien 140 USD je Einwohner. Während die Verkäufe in der Schweiz also eine volkswirtschaftliche Dimension hatten, sind sie in Österreich zumindest ein ärgerliches Ereignis. Immerhin stünde Österreich ohne diese Verkaufe auf Platz 14 (statt 19) bei den Goldbesitzern, und beim Gold je Einwohner mit 49 Gramm auf Platz 3, direkt nach der Schweiz und dem Libanon und deutlich vor Deutschland. Der Goldanteil an den Devisenreserven wäre 76% statt 52,7, womit Österreich in dieser Disziplin nach Portugal den 2. Platz einnehmen würde. Über die Ursachen der unnötigen Verkäufe herrscht weitgehend Rätselraten. In der Schweiz hört man immer wieder, dass von den USA entsprechender Druck ausgeübt worden sei. Deutschland, Frankreich, Italien und die USA haben dagegen ihre Goldbestände behalten.

Ungewisser Goldlagerort nährt Gerüchte und weckt Befürchtungen
Goldlagerung als Dauerreizthema

Doch gerade in Deutschland und der Schweiz herrscht bezüglich des Goldes großes Unbehagen: Denn der Großteil der Bestände soll in den USA und zum Teil auch in London lagern. Allerdings hat man bisher noch nicht den politischen Mut aufgebracht, die Goldbestände endlich heimzuholen. General de Gaulle war da weniger zimperlich und holte sich das Gold 1968 kurzerhand mit dem Kriegsschiff ab. De Gaulle wollte die Vorherrschaft der USA brechen und den Goldstandard wieder einführen.

Die Goldlagerung wird in Deutschland und der Schweiz immer mehr zum Politikum (auch in Österreich gab es schon parlamentarische Anfragen dazu), einerseits, weil der Goldpreis inzwischen stark gestiegen ist, andererseits, weil man den USA immer weniger traut. Gerade in der Schweiz ist seit der Erpressung durch die USA in Sachen UBS die Stimmung am Tiefpunkt. Zudem gilt die USA aufgrund der exorbitanten Verschuldung längst nicht mehr als verlässlicher Schuldner. So ist es auch nicht ganz verwunderlich, dass sich hartnäckig Gerüchte halten, dass es diese Goldreserven, die in den USA lagern, womöglich gar nicht mehr im vollen Umfang gibt und auch die Goldreserven der USA nicht oder nicht im vollen Umfang existieren. Ob es einen wahren Kern gibt, lässt sich natürlich nicht überprüfen.

Jedenfalls ist die entscheidende Frage: Würden die Schweiz, Deutschland (und auch Österreich) im Ernstfall über das in den USA gelagerte Gold verfügen können? Die Zweifel sind berechtigt und wohl nicht ohne Grund hat De Gaulle das Gold dem Zugriff eines Fremdstaates entzogen.
(cr)


 
 

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Tschim | 2010-02-15 16:17:19 "Bravo !!!"

Endlich ein für Otto Normalverbraucher verständlicher, kritischer Artikel.
Bin mir 100% sicher, dass es dieses Gold gar nicht mehr zur Gänze gibt, sondern dass es zur Preisdrückung in der Krise auf den Markt geschmissen wurde.
Warum versucht man dieses Gold nicht heimzuholen? Kann mir das wer erklären ?
 
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