Auf der Zürcher Fondsmesse Fonds 2010 wurde dem Rohstoff-Thema große Beachtung geschenkt. Robin Batchelor, BlackRock, analysierte die Aussichten für Energie-Rohstoffe und -produzierende Unternehmenin einem Vortrag für professionelle Anleger und Finanzdienstleister.
Energiebedarf 2030: +40%
Die International Energy Agency schätzte im November 2009 die weltweite Steigerung der Energienachfrage von 2007 bis 2030 auf 40% ein. Die Nicht-OECD-Staaten, die derzeit 52% der Nachfrage abdecken, werden ihren Anteil bis 2030 auf 63% steigern. Besonders China und Indien sowie der Mittlere Osten werden dabei mit ihrem Energiehunger eine herausragende Rolle spielen. „Erstmals konsumierten die Nicht-OECD-Länder im Jahr 2005 mehr Energie als die Industrieländer“, erklärte Batchelor, „und die Schere geht stark auseinander: Der Energiebedarf der OECD-Länder bleibt dank effizienterer Energieverwendung weitgehend konstant, während sich der der Nicht-OECD-Länder bis 2030 rund verdoppeln wird.
Städtische Bevölkerung wächst rapide
Die Weltbevölkerung sollte bis 2050 auf 9 Milliarden ansteigen, die städtische Bevölkerung sollte sich dabei von 3,3 Mrd. (2007) auf 6,4 Mrd. fast verdoppeln. „In den kommenden 15 Jahren sollte Chinas städtische Bevölkerung um die Anzahl der derzeitigen US-Bevölkerung anwachsen“, bringt Batchelor diese Zahlen in einen anschaulichen Maßstab.
China befindet sich energiemäßig auf dem Niveau der USA von 1909
Während der Prokopf-Ölverbrauch in den USA derzeit bei jährlich 22 Barrels (1 Barrel = 159 Liter), in Südkorea bei 17, in Japan bei 13 liegt, erreicht er in China rund 2 und in Indien rund 1 Barrel. „Der aktuelle chinesische Energiebedarf entspricht damit dem Energiebedarf der US-Bürger im Jahr 1909 – auf Prokopf-Basis“, veranschaulicht Batchelor den aktuellen Status. Das Steigerungspotential ist daher enorm. Während es in den USA beinahe so viele Autos als Einwohner gibt, in Europa etwas weniger als die Hälfte, hat in China nicht einmal jeder vierzigste ein Auto. Wenn 2030 jeder zehnte ein Auto besitzt, dann ist dies eine Zunahme des Autobestandes um die Hälfte des derzeitigen US-Fahrzeugbestandes.
Nicht nur Autos treiben den Energiebedarf
Doch Fahrzeuge sind nicht die einzigen Energieverbraucher. 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität, 2,5 Milliarden haben keine modernen Heiz- und Kochgelegenheiten. Landwirtschaftliche Mechanisierungsprogramme werden zusätzlich den Treibstoffbedarf anheizen.
Wer sind nun die Hauptgewinner dieser Entwicklung?
Einerseits traditionelle Energieunternehmen, wie Förderer von Öl, Gas, Kohle, Uran, sowie die Anbieter von Energiedienstleistungen und Infrastruktur. Andererseits die Anbieter alternativer Energien, also die Erzeuger erneuerbarer Energien, Anbieter effizienterer Technologien und Unternehmen, die mit Emissionen handeln.
Robin Batchelor managt zwei derartige Fonds für Blackrock: Den BGF World Energy und den BGF New Energy. Der BGF World Energy zeigt eine konstante Outperformance gegenüber dem MSCI World Energy Index, für den BGF New Energy gibt es keinen Vergleichsindex. Im Zuge der Finanzkrise fielen beide Fonds auf das Niveau von Dezember 2004 zurück, was einem Verlust von rund 60% entspricht. Beide Fonds sind nach Luxemburger Recht aufgestellt und zählen mit jeweils rund 4 Mrd. USD zu den großen Fonds in diesem Segement.
zur Person:
Robin Batchelor ist Joint Chief Investment Officer im BlackRock Natural Ressources Team, London. Er ist als ausgebildeter Geologe im Rohstoff-Team tätig.
zum Unternehmen:
BlackRock ist der größte globale Anbieter aktiv gemanagter Fonds und seit der Übernahme von iShares auch Weltmarktführer bei ETFs. Die Assets under Management belaufen sich auf über 3 Billionen USD.
(cr)


