Ungeachtet eines erwarteten Haushaltsdefizits in Höhe von 1,6 Billionen Dollar für dieses Jahr ist das erstklassige “Aaa“-Rating der USA nach Ansicht von Finanzminister Timothy F. Geithner nicht gefährdet.
“Keineswegs”, antwortete Geithner in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview mit dem Sender ABC auf die Frage, ob er sich Sorgen mache um eine Herabstufung der Bonitätsnote. “Das wird diesem Land niemals widerfahren.”
Geithner sagte, Anleger auf der ganzen Welt wendeten sich immer dann amerikanischen Staatsanleihen und in Dollar denominierten Vermögenswerten zu, wenn sie die Stabilität der Weltwirtschaft für bedroht hielten. Darin komme “grundlegendes Vertrauen” in die USA und in ihre Fähigkeit zum Ausdruck, sich von der weltweiten Rezession zu erholen.
Die Ratingagentur Moody’s Investors Service Inc. hatte in der vergangenen Woche davor gewarnt, das Rating amerikanischer Treasuries werde ohne Zusatzmaßnahmen zur Eindämmung der für die nächsten zehn Jahre erwarteten Haushaltsdefizite in Zukunft unter Druck geraten.
Die Regierung werde das Defizit unter Kontrolle bringen sobald am Arbeitsmarkt eine Entspannung eingetreten sei, entgegnete Geithner. Kurzfristig komme es darauf an, “sicherzustellen, dass diese Volkswirtschaft wieder wächst”, sagte er. Die Regierung argumentiert, das Defizit werde im Lauf der kommenden vier Jahre bei anziehender Konjunktur und steigendem Stellenangebot schrumpfen.
Der israelische Notenbankchef Stanley Fischer schloss sich am Montag Geithners Einschätzung an. Auf einem Symposium anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der australischen Zentralbank sagte Fischer, eine Herabstufung des Bonitätsurteils für die USA sei “sehr unwahrscheinlich”, und fuhr fort: “Ich wüsste nicht, wer sonst derzeit als Goldstandard fungieren könnte.”
Das Interview mit Geithner wurde vor dessen Abreise zum Treffen der Finanzminister der G7 in Kanada aufgezeichnet.
( Bloomberg )








