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"Fonds 2010"

Maurice Picard: „Man sollte 5-10% Rohstoffe im Portfolio haben“ (II)   Facebook be



07.02.2010
 
"Das Risk-Return-Verhältnis von Rohstoffen macht Sinn"

Wie sieht die Rohstoff-Performance aus?

In den letzten 15 Jahren hat man global mit Aktien 6,2% verdient, mit Rohstoffaktien 10,6%, und mit Rohstoff-Futures 8,7%. Am wichtigsten ist aber für Picard das Risiko: Aktien und Rohstoff-Futures hatten in etwa dieselbe Volatilität, aber Futures hatten den höheren Ertrag. Soll man in Rohstoffaktien investieren? Solche Investitionen sind laut Picard eine gute Sache, aber man hat ein zusätzliches Risiko, etwa das Unternehmensrisiko, denn man weiß nicht, inwieweit die Firma ihre Bestände abhedget, wie effizient sie produziert usw. „Wenn man Rohstoffaktien kauft, muss man das unter Aktienanlage verbuchen und es hat nichts mit direkten Rohstoffinvestments zu tun“, stellt Picard klar. Die Korrelation zwischen Aktien und Rohstoffaktien ist relativ groß. Gewünscht sind aber Investments, die gering mit Aktien korrelieren. Direkte Rohstoffinvestments haben eine tiefe Korrelation zu Aktien.

Die Strategie von Picard-Angst:

„Wir sind überzeugt, man sollte Rohstoffe im Portfolio haben. Wir halten einen Rohstoffanteil von 5 bis 10% sinnvoll. Doch wie bildet man das ab? Wir haben einen Basket zusammengestellt und sind dabei pragmatisch vorgegangen. Was sind die größten Rohstoffe, in die man investieren kann? Das sind Erdöl und Heizöl, im Agrarbereich Weizen, Mais, Sojabohnen und Zucker, bei Edelmetallen Silber und Gold, und bei Industriemetallen Aluminium und Kupfer. Diese 10 Rohstoffe haben wir mit einer Gewichtung von 10% berücksichtigt. Damit kann man auch die Transaktionskosten gering halten. Einmal jährlich wird die Strategie auf die ursprüngliche 10%-Gewichtung rebalanziert“, erklärt Picard die Strategie. Diese Strategie wird im Picard-Angst-Commodity-Index (PACI) dargestellt.

Im Agrarsektor ist der PACI mit seiner Allokation gegenüber anderen Rohstoffindizes übergewichtet, der Energiesektor ist untergewichtet. Zum Vergleich: Der in der Schweiz wichtigste DJ UBS Rohstoffindex, der von Pensionskassen als Benchmark genützt wird, und der Goldman-Sachs S&P GSCI sind viel exponierter im Energiebereich, der S&P GSCI gar mit 66%, was wirtschaftlich nicht sinnvoll zu sein erscheint. Unzweckmäßig ist auch, dass manche Indizes sehr viele Rohstoffe erfassen (RICI: 36 Rohstoffe), teilweise auch wenig liquide Rohstoffe, was die Replikation, d.h. die Nachbildung dann teuer macht.

Performance

„Wir erzielten 2009 gut 36%, DJ UBS knapp 19% wegen dem schlecht performenden Erdgas, Goldman-Sachs (GSCI) 13% wegen dem Ölschwerpunkt, Reuters-Jefferies (CRB) 23% und der Rogers-International-Commodity-Index (RICI) 26%“ verweist Picard auf ein herausragendes Ergebnis.
Im Januar 2010 verlor Picard-Angst 6,8%, die Verluste der anderen Indizes lagen zwischen 6,3 und 7,9%.
Im Krisenjahr 2008 verlor Picard-Angst 30%, Goldman-Sachs (GSCI) aber 45%.
„Im langfristigen Vergleich (10 Jahre) haben wir eine Volatilität von 18% bei einem jährlichen Return von 11% - in USD. Das ist eine aktienähnliche Volatilität, aber ein höherer Ertrag als bei Aktien“, führt Picard aus. Enttäuschend war der energielastige GSCI mit einer Volatilität von 25% und einem Return von nur 4%. In Franken gerechnet liegt der Return der Picard-Angst –Strategie bei 5,5 bis 6%.
Vergleicht man die Indizes seit 2000, so führt der Picard-Angst-Index (PACI) mit einer Performance von 200% vor dem Rogers-Index RICI (rund 150%). Deutlich schlechter sind CRB und DJ UBS, Schlusslicht ist der GSCI mit nur 50% (alles in USD). Den Vorsprung hält der PACI seit Ende 2008.
„Diese Jahr wird sicher nicht so gut wie 2009 sein, wir erwarten ein Plus von 10%. Da wir jetzt noch 6% im Minus sind, ist dies ein Potential von über 15%“, schätzt Picard den Ausblick ein. Die von Picard-Angst verfolgte Rohstoffstrategie wurde für institutionelle und Schweizer Anleger in Fonds verpackt (auch währungsgehedgte Versionen), die zusammen ein Volumen von 120 Mio. CHF haben. „Unser Produkt ist ein einfaches und transparentes Rohstoff-Basisinvestment“, erläutert Picard. Durch Rollkosten nach einem fixen Roll-Kalender gehen im Jahr 4,5% verloren, aber laut Picard geht man bewusst nicht in verschiedene Futures-Laufzeiten, um immer eine ausreichende Liquidität zu gewährleisten.

„Rohstoff ist eine neue Anlageklasse, die im Kommen ist. Das Risk-Return-Verhältnis macht Sinn. Aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung sollte man in den nächsten 3-5 Jahre Geld bei vernünftigem Risiko verdienen können“, fasst Maurice Picard zusammen.


Zum Unternehmen

Die Picard-Angst-Gruppe wurde 2003 gegründet und managt Schweizer Rohstoff- und Immobilienfonds. 2007 wurde der Picard-Angst-Commodity-Index (PACI) herausgebracht. Bis Oktober 2009 wurden 700 strukturierte Produkte entwickelt. Die auf dem PAC-Index basierenden Fonds sind nur in der Schweiz für den Vertrieb zugelassen.
(cr)




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