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Fitch zögert vor Wahl mit Hochstufung des Ausblicks für Ungarn   Facebook be



05.02.2010
 

Die Ratingagentur Fitch beobachtet die Entwicklung in Ungarn derzeit sehr aufmerksam, denn der “negative” Ausblick zu ihrem Bonitätsurteil “BBB” über das Land kommt für eine Hochstufung in Frage. Was die Fitch- Experten davon abhält, den Ausblick anzuheben, sind neben den “sehr schwachen” Vorhersagen zur konjunkturellen Entwicklung die bevorstehenden Parlamentswahlen.

Bei dem Urnengang im April gilt die Oppositionspartei Fidesz als Favorit. Sie geht davon aus, dass das Haushaltsdefizit in diesem Jahr bis zu doppelt so hoch sein könnte, wie es nach dem Hilfsplan des Internationalen Währungsfonds (IWF) maximal zulässig ist.

“Das größte Risiko besteht darin, dass die Politik von Fidesz noch immer unklar ist”, erläutert der Fitch-Analyst David Heslam im Gespräch mit Bloomberg News. “Diese Unsicherheit ist einer der Gründe für den negativen Ausblick. Die fortgesetzte Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds und eine klare, mittelfristige Haushaltspolitik sind für eine Änderung des Kreditausblicks wesentlich.”

Der Spielraum für Fidesz, die Konjunktur anzukurbeln, ist nach Ansicht ihres Wirtschaftssprechers Mihaly Varga begrenzt. Es bestehe die Gefahr, dass die Wirtschaft erneut in die Rezession abrutscht. Der Schuldenberg wachse und die Vorgaben für den Staatshaushalt 2010 seien unrealistisch.

“Die Volkswirtschaft hat einen äußerst schweren Schlag erlitten”, sagte Heslam. “Der Konjunkturausblick ist sehr schwach, die Unsicherheit ist groß und das angestrebte Haushaltsdefizit steht auf wackeligen Füßen.”

Vergangenes Jahr schumpfte die Wirtschaftskraft Ungarns um 6,7 Prozent. 2009 durchlebte das Land den einschneidendsten Wirtschaftsabschwung seit 18 Jahren. Die ungarische Wirtschaft ist sehr exportlasting: Mit seinen Ausfuhren erwirtschaftet das Land 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Im Zuge der globalen Finanzkrise setzte 2008 eine Kapitalflucht aus Ungarn ein. Da sich die Finanzierungsmöglichkeiten des Landes rapide verschlechterten, drohte ein Zahlungsausfall. Dieser wurde durch Nothilfen von IWF, Weltbank und EU über 20 Mrd. Euro abgewendet.

Vor Ungarn musste noch nie ein EU-Land Hilfen des IWF in Anspruch nehmen. Um die Nothilfen zu erlangen, sagte Ungarn zu, das Haushaltsdefizit zu verringern. Der Spielraum für staatliche Konjunkturhilfen schwand damit rapide.

Inzwischen hat die Regierung ihre Konjunkturschätzung angehoben. Statt einer wirtschaftlichen Schrumpfung um 0,6 Prozent prognostizierte sie vergangene Woche nur noch ein Minus von 0,3 Prozent. Für Optimismus sorgt die Aussicht, dass sich auf wichtigen Exportmärkten wie Deutschland der Konjunkturausblick verbessert. Von Bloomberg befragte Analysten erwarteten im Mittel, dass Ungarns Wirtschaft in diesem Jahr stagnieren wird.

Am internationalen Anleihemarkt konnte Ungarn wieder Fuß fassen. Nachdem das Land im Juli 2009 1 Mrd. Euro bei Bondinvestoren beschaffte, folgte vergangene Woche eine Emission im Volumen von 2 Mrd. Dollar. Das Interesse an dem Papier war rege. Die Anleger zeichneten etwa dreimal so viele Anleihen wie ausgegeben wurden. 2008 musste Ungarn noch eine Bondauktion absagen, da sich nicht genügend Käufer fanden.

( Bloomberg )


 
 

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