Die Schuldenkrise in Griechenland und einigen anderen finanzschwachen Ländern der Euro-Zone steht ganz oben der Agenda der Februar-Sitzung des EZB-Rats, die in der Früh in Frankfurt begonnen hat. Während die Diskussion um die Folgen der Probleme für den Euro auch in der breiten Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit sorgt, dürften die eigentlichen Kernthemen der Notenbanker dieses Mal ein wenig in den Hintergrund rücken. Wie jeden ersten Donnerstag im Monat entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) auch dieses Mal über den Leitzins in der Euro-Zone. Der steht seit vergangenem Mai bei einem Prozent und dürfte nach Einschätzung von Experten auch noch eine ganze Weile auf diesem Niveau verharren.
Nach der Ratssitzung und der Veröffentlichung des Zinsbeschlusses (13.45 MEZ) wird um 14.30 Uhr wie gewohnt Notenbankchef Jean-Claude Trichet vor der Presse Rede und Antwort stehen und die Gründe für den Beschluss und die Lagebeurteilung der Währungshüter erläutern. Beobachter hoffen auf Hinweise, wie die EZB bei ihrem kürzlich begonnen Ausstieg aus ihrer Krisenpolitik weitermacht und Schritt für Schritt die in das Finanzsystem gepumpten Milliarden wieder einsammelt. Wie mehrere Notenbanker kürzlich klar gemacht hatten, ist wohl erst im März wieder mit konkreten Entscheidungen zu rechnen.
Einige Analysten können sich vorstellen, dass die Krise in Griechenland und drohende ähnliche Haushaltsdebakel in einigen anderen Euro-Ländern den Zeitplan der EZB durcheinanderbringen beziehungsweise in die Länge ziehen könnte. Denn wann die Vollzuteilung bei Refinanzierungsgeschäften mit den Banken, die wegen des Mangels an Liquidität begonnen wurde, wieder abgesetzt wird, könnte nun doch nicht so früh zur Debatte stehen, wie es einige EZB-Räte vielleicht gerne sehen würden. Die EU-Kommission hat Griechenland für die kommenden Jahre einen strikten Sparkurs verordnet.
Vor der EZB entscheidet bereits um 13 Uhr (MEZ) die Bank von England über ihren Leitzins. Experten erwarten, dass dieser bei 0,5 Prozent bleibt. Die britische Wirtschaft hatte zuletzt begonnen, sich aus der schwersten Rezession seit Jahrzehnten zu lösen, wenngleich nur sehr langsam.
(APA)


