Die Voraussetzungen für die Emission einer von Rumänien noch für Februar geplanten Euro- Anleihe haben sich verbessert. Die Ratingagentur Fitch Ratings hat den Ausblick für den Balkanstaat von “negativ” auf “stabil” angehoben. Zur Begründung verwies Fitch auf die erwartete Freigabe des Beistandskredits vom Internationalen Währungsfonds (IWF) über 20 Mrd. Euro, die Verabschiedung des Budgets 2010 und die Regierungsbildung nach Monaten politischen Tauziehens.
“Es ist ein positives Zeichen - ein Beleg für die Vorteile der Reformbereitschaft der neuen Regierung”, schrieb Raffaella Tenconi, Chefökonomin beim Broker Woods & Co. in Prag, mit Blick auf die Entscheidung von Fitch. “Vorausgesetzt, die Regierung hält sich weiter an die Vorgaben des IWF und des Programms der Europäischen Kommission, dann ist Rumänien auf Kurs für eine Anhebung des Ratings Ende 2010 oder Anfang 2011”, so Tenconi weiter. Das Budget und der IWF-Kredit haben die “Risiken für eine Finanzierung über Steuern und externe Mittel erheblich gesenkt, ebenso die Gefahr anhaltender makroökonomischer Unsicherheit”, schrieb Fitch in der Mitteilung. “Das verbesserte wirtschaftliche und finanzielle Umfeld hat zur Stabilisierung der Landeswährung Leu beigetragen”, so Fitch weiter. Der Leu war am Mittwoch wenig verändert bei 4,09 Leu je Euro. Seit Jahresanfang hat der Leu zum Euro rund 3,4 Prozent aufgewertet, die beste Wertentwicklung zum Euro unter den Währungen osteuropäischer Staaten.
Auch bei der Ratingagentur Standard & Poor’s ist gemäss einer früher gemachten Aussage eine Ratinganhebung möglich. Am 13. Januar hatte S&P erklärt, die Verabschiedung des Budgets und die Freigabe des IWF-Kredits könnten eine Anhebung des Kreditratings nach sich ziehen. S&P bewertet Rumäniens Bonität mit “BB+", die beste Bewertung in der Kategorie Ramschanleihen, mit negativem Ausblick. Der IWF hat von der Regierung in Bukarest verlangt, bis März ein Gesetz für ein “verantwortungsvolles Budget” zu beschliessen, das eine längerfristige Budgetplanung vorsieht. Die Renten sollen bis Anfang Juni an die Inflationsentwicklung gekoppelt werden anstatt wie bisher an die durchschnittliche Entwicklung der Löhne. Die Regierung hat darüber hinaus Kürzungen bei Investitionsvorhaben zugestimmt. Staatliche Löhne und Gehälter werden eingefroren, 100.000 Stellen im öffentlichen Dienst, in dem rund 1,3 Millionen Menschen arbeiten, sollen wegfallen. Ebenso zugesagt hat die Regierung einige Steuererhöhungen. Zur Finanzierung des Defizits im Staatshaushalt will Rumänien Geld im Ausland aufnehmen. Im ersten Quartal sollen Anleihen im Umfang von einer Mrd. Euro platziert werden, weitere Emissionen im Laufe 2010 sind geplant.
(Bloomberg)









