Einen Staatsbankrott Griechenlands wird es nicht geben, weil die Europäischen Union oder der Internationale Währungsfonds ihn verhindern werden, meint der New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini.“Ich erwarte, dass sie schließlich in irgendeiner Form finanzielle Unterstützung bekommen”, sagte Roubini am in Moskau im Interview mit Bloomberg TV. Die Hilfe könne entweder direkt von der Europäischen Union oder von der Europäischen Zentralbank kommen, oder aber: “Griechenland sollte, das ist mein Vorschlag, zum IWF gehen und ein IWF-Rettungspaket beantragen”, sagte Roubini. Griechenlands Premierminister Giorgos Papandreou hat am Dienstag versprochen, die Gehälter im öffentlichen Diensteinzufrieren. Die Maßnahme ist Teil des Sparkurses zum Abbau des größten Haushaltsdefizits innerhalb der Eurozone.
2009 erreichtedas Defizit 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, mehr als das Vierfache der Obergrenze von drei Prozent für die Mitglieder derEurozone. Roubini und Arnab Das, in der Beratungsfirma von Roubini für die Schwellenmärkte zuständiger Ökonom, schrieben in einem Beitrag für die Tageszeitung Financial Times, Griechenland solle einen “glaubwürdigen Haushaltsentwurf vorlegen, mit Schwerpunkt auf Sparmaßnahmen, welche die Regierung kontrollieren kann”. Dagegen raten sie ab, Steuererhöhungen vorzunehmen und Steuerschlupflöcher zuschließen, angesichts der “historisch gesehen schwachen Steuermoral”.
Bleibt Griechenland säumig, sehen die Autoren für die Währungsunion schwarz. “Werden die notwendigen harten Entscheidungen nicht getroffen, dann würde die unbequeme historische Wahrheit ins Licht rücken. Dass nämlich keine einzige Währungsunion überlebt hat ohne politische und fiskalische Union”, so Roubini und Das in ihrem Beitrag.
(Bloomberg)









