Laut Prognosen der europäischen Branchenvereinigung Euroconstruct ist im Vorjahr der Output der Branche um 8,4 Prozent gefallen ist. 2010 ist zwar eine deutliche Besserung der Lage in Sicht, mit 2,2 Prozent wird aber noch immer ein Rückgang erwartet. Frühestens 2011 erwartet Euroconstruct ein Plus vor dem Komma. Für Anleihen-Besitzer dürfte damit aber das Gröbste ausgestanden sein. Zeit, sich die Papiere und Branche etwas genauer anzusehen:
2009 hat die Branche damit in Summe in etwa einen Umsatz von 1365 Milliarden Euro erzielt. Zur Einschätzung: Der Bau ist in den EU-27-Staaten für knapp elf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung verantwortlich. Und 48,9 Millionen Arbeitsplätze hängen mittel- oder unmittelbar von der Bauwirtschaft ab, womit die Branche der grösste industrielle Arbeitgeber ist. Und schon wissen wir, warum staatliche Konjunkturprogramme speziell hier ansetzen.
Aber auch die Baubranche kann nicht über einen Kamm geschert werden. Auf der einen Seite haben wir auf den Tiefbau (etwa die Strasse) spezialisierte Unternehmen á la Strabag. Diese Gruppe profitiert am stärksten von den staatlichen Hilfen. Mehr auf den Hochbau spezialisierte Unternehmen - wie auch Zulieferer Wienerberger - leiden hingegen unter den krisenbedingt fallenden Investitionen in den Wohnungsbau. Wienerberger hat für Anleger aber den Vorteil, dass hier 2009 kräftig abgeschrieben wurde – ‚böse’ Überraschungen müssten hier für heuer eigentlich ausgeschlossen sein.
Und wie stehen die Emitteten an sich da?
HeidelCement hat mit Blickrichtung 2019 in Summe 17,1 Milliardne Euro an fixen Zahlungen für Fremdkapital zu leisten, 2010 sind es knapp 900 Millionen. Ein Kraftakt wird aber wohl 2011, wenn rund 7,5 Milliarden zu berappen sind (mit eine Nahcwehe der Übernahme von Hanson-HeidelCement-Anleihen bieten zwar die höchsten Renditen, das gilt aber auch für das Risiko. Analysten erwarten das 2010er-EBIT mit 1,7 Milliarden Euro.
Wienerberger muss bis 2019 knappe 2,7 Milliarden Euro für das aufgenommene Fremdkapital zahlen; Heuer sind es rund 400 Millionen, wobei das EBIT auf 90 Millionen geschätzt wird.
Strabag muss 340 Millionen Euro an Zahlungen einbudgetieren, wobei heuer mit 91 Millionen der Löwenanteil anfällt – das EBIT wird auf 251 Millionen prognostiziert. Beide in der Liste angeführten anleihen sind im Vergleich attraktiv gepreist – als ob Strabag ein BB-Rating hätte, das ‚+’ ist für anleger somit der Puffer.
Lafarge steht mit 21 Milliarden Euro in der Kreide – 1,1 Milliarden sind heuer fällig – das EBIT soll bei knapp drei Millirden zu liegen kommen. Die Anleihen sind im Vergleich etwa zu teuer, da sie wie ein BBB-Papier gehandelt werden, BBB- steht aber in den Büchern.
Imersys muss heuer nur mit Zinszahlungen von 40 Millionen Euro rechnen (das EBIT wird mit 320 Millionen veranschlagt), erst 2013 wird ein bond über 750 Millionen fällig – in Summe bis 2019 sind es 1,8 Milliarden.
Bei Holcim belaufen sich die Zahlungserfodernisse bisn 2019 auf 11,8 Milliarden euro, 1,25 Milliarden davon heuer, was bei einem geschätzten EBIT von 3,5 Milliarden kein Problem sein sollte. Wie bei Lafage wird aber auch hier bereits die Verbesserung des Ratings um eine Stufe eingepreist.
Unser derzeitiger Favorit: Strabag
(gill)


