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US-Börse: Analysten befürchten geplatzte Träume   Facebook be



02.02.2010
 

Die Berichtssaison in Amerikamacht den Anlegern derzeit Mut - aber das könnte bald ein Ende finden. Zwar ist der Anteil jener Unternehmen, die mit ihren Zahlen die Analystenerwartungen übertreffen konnten, auf den zweithöchsten Wert seit 20 Jahren gestiegen. 78 Prozent derKonzerne aus dem Börsenbarometer S&P 500, die bereits Zahlen zumvierten Quartal vorgelegt haben, überraschten beim Gewinnpositiv. Darunter Wirtschaftsgrößen wie der RüstungskonzernLockheed Martin Corp., der Suchmaschinenbetreiber Google Inc.und der Autokonzern Ford Motor Co.Investoren warnen allerdings, dass viele Firmen ihre Margennur ausgeweiten konnten, indem sie Stellen gestrichen und andereKosten gesenkt haben. Nachhaltige Gewinnsteigerungen seien abernur zu erzielen, wenn der Umsatz gesteigert werden könne.

“Mankann Kosteneinsparungen nicht endlos in die Länge ziehen,deshalb müssen die Umsätz steigen”, sagt Walter Todd vonGreenwood Capital Associates in Greenwood im US-BundesstaatSouth Carolina. “Die Konjunktur muss sich also bessern.”Der Blick auf den Aktienmarkt zeigt, dass derzeit vieleInvestoren auf den Umsatz schauen - und nicht nur auf denGewinn. So haben die Titel von Google nachgegeben, obwohl derweltgrößte Suchmaschinenbetreiber die Analystenprognosen zumGewinn übertraf. Der Grund: Die Umsatzzahlen von Google bliebenhinter einigen Schätzungen zurück. Beim Wettbewerber Yahoo! Inc.dagegen half ein Anstieg der Online-Werbung, die Umsatzprognosenzu übertreffen. Der Aktienkurs legte in der Folge zu, auch wennder Gewinn unterhalb der Erwartungen blieb.

“Die Ergebnisse des Jahres 2010 werden wirklich auf demUmsatzwachstum basieren, und das hängt von der Konjunktur ab”,sagt Portfolio Manager Mark Demos von Fifth Third AssetManagement. Im vierten Quartal kletterte das US-Bruttoinlandsprodukt annualisiert um 5,7 Prozent Prozent, soschnell wie seit sechs Jahren nicht mehr.Wirklich rosig sind die Konjunkturaussichten dennoch nicht.“Die Arbeitslosenzahlen haben sich nicht so verbessert wie dachtund auch die Daten vom Häusermarkt waren nicht gut”, sagteDemos. 2009 war für den amerikanischen Häusermarkt dasschlimmste Jahr in der Geschichte. Hoffnungen auf eine Erholungerhielten einen Dämpfer, als die Zahl der verkauften Objekte imDezember überraschend wieder fiel.Die Umsätze der Unternehmen aus dem S&P-500 sind 2009 uminsgesamt 1,13 Bill. Dollar (810 Mill. Euro) gesunken, auch wennsuch die Betriebsmargen im Jahresverlauf um rund 7,3 Prozentausgeweitet haben. Wenn nicht eine starke Konjunktur die Umsätzeanschiebt, werde das Gewinnwachstum schwinden, warnt der AnalystHoward Silverblatt von Standard & Poor’s.

Seit die Rezession im Dezember 2007 begann, haben die US-Arbeitgeber 7,2 Millionen Stellen gestrichen, so viele wie seitdem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. In der Woche bis 23. Januarsank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 470.000,von 478.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.Der Einzelhandelsriese Wal-Mart Stores Inc. macht zehnFilialen seiner Sparte Sam’s Club dicht. Der Gesamtkonzernstreicht 11.200 Stellen. Die Baumarktkette Home Depot Inc.beginnt in dieser Woche, 1.000 Stellen zu streichen. Im Quartalbis 1. November ist der flächenbereinigte Umsatz um 6,9 Prozentgesunken.“Wenn es sich herausstellt, dass die Manager falsch gelegenhaben und die Rückkehr zum Wachstum schließlich auf solidenFüßen steht, dann werden die, die zu starke Einschnitte gemachthaben, es zu spüren bekommen”, sagt Analyst Colin Gillis von BGCFinancial LP in New York.Dies sieht auch Peter Sorrentino von Huntington FinancialAdvisors so: “An einem bestimmten Punkt gehen Kostensenkungennach hinten los”, sagt der Portfoliomanager. Wenn die Nachfragewieder anziehe, sei kein Raum für Produktionssteigerungen mehrda. Bei ihren Investments sehe sich die Vermögensverwaltungdaher nach Potenzial für Preis- und Volumensteigerungen um.

(Bloomberg) 



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