Verkäufe?

Citigroup plant offenbar Umbau ihres Beteiligungsgeschäfts   Facebook be



01.02.2010
 

Die US-Bank Citigroup Inc. plant einen umfassenden Umbau ihres Beteiligungsgeschäfts. Zur Disposition stehen die Private Equity Sparte, die Immobiliensparte und die Einheit, die Anlagen in Hedgefonds verwaltet, heißt es aus unterrichteten Kreisen. Die Verkäufe dienen dem Schuldenabbau.

Citigroup, deren größter Aktionär mit einem Anteil von 27 Prozent die US-Regierung nach ihrer Rettungsaktion für die Bank geworden ist, steht unter Druck der Aufsichtsbehörden, knapp ein Drittel des Vermögens im Wert von 1,86 Billionen Dollar (1,34 Billionen Euro) abzustoßen.

“Citi ist bei diesen verschiedenen Beteiligungsvehikeln ein- und ausgestiegen. Das gilt sowohl für Private Equity Gesellschaften als auch Hedgefonds”, sagte Steven Kaplan, Professor an der Chicago Booth School of Business und Beobachter der Beteiligungsbranche. Die Aktivitäten der Bank in diesem Sektor umschreibt Kaplan mit dem Bild eines Teilnehmers am Spiel “Reise nach Jerusalem”.

Die Private Equity Sparte der Bank hat ein Beteiligungsvolumen von rund zehn Mrd. Dollar, die Immobiliengruppe verwaltet ein Vermögen von etwa 12,5 Mrd. Dollar und in der Hedgefondssparte, Citi Capital Advisors, kümmern sich die Manager um rund 14 Mrd. Dollar. Nicht eingerechnet in diese Zahl sind Beteiligungen, deren Verkauf bereits beschlossene Sache ist, heißt es aus unterrichteter Quelle. Noch Ende 2007 verwaltete die Einheit Vermögen im Wert von rund 73 Mrd. Dollar.

Die bisherigen Leiter der Private Equity Sparte, Todd Benson und Darren Friedman führen Gespräche, die Sparte gemeinsam mit neuen Partnern oder weiteren Geldgebern zu übernehmen, hieß es weiter. Benson und Friedman leiten die Gruppe seit Anfang 2009.

Vikram Pandit, der Vorstandsvorsitzende von Citigroup, will lediglich ein kleineres Beteiligungsvehikel, Metalmark Capital LLC, behalten. Die Ende 2007 gekaufte Gesellschaft verwaltet 3,8 Mrd. Dollar, die auf mehrere Fonds verteilt sind, in den Sparten Energie, Gesundheitswesen, Finanz und Industrie, wie aus Informationen auf der Website von Metalmark hervorgeht. Auch Citi Venture Capital International, die Sparte der Bank, die auf Beteiligungen in China, Indien, Osteuropa und Lateinamerika ausgerichtet ist, soll nicht verkauft werden.

Citigroup gibt seit dem ersten Quartal 2008 die Geschäftsergebnisse ihrer Beteiligungsgesellschaften nicht mehr separat an. Damals wiesen die Sparten einen Verlust von 509 Mill. Dollar aus.

Die Entscheidung zum Verkauf sei im vergangenen Jahr, vor Präsident Obamas Rede am 21. Januar, getroffen worden, heißt es weiter. Obama hatte die Banken aufgefordert, Beteiligungen an Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften abzugeben. Diese Geschäfte bergen das Risiko weiterer Bankenrettungen mit Steuergeldern, so Obamas Argumentation. Aus dem Umfeld der Bank heißt es dazu, Citigroup sei von Obamas Plänen nicht betroffen, da der Großteil der in den Gesellschaften veranlagten Gelder von Kunden stamme. Die Bank selbst habe kaum eigenes Kapital investiert.

( Bloomberg )


 
 

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