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Straffung

Die Fed weiss auch nicht weiter   Facebook be



29.01.2010
 

Die Auswirkungen einer geldpolitischen Straffung auf das allgemeine Zinsniveau seien schwer vorherzusagen, erklärte Donald Kohn, der Vize-Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve. Das liege an den “historisch niedrigen” Zinsen und der beispiellosen Expansion der Bilanzsumme der Notenbank. “Wir befinden uns bei der Geldpolitik und an den Finanzmärkten auf unbekanntem Terrain”, so Kohn in einer Rede auf einem Symposium in Arlington. “Wie die Zinsen über das gesamte Laufzeitspektrum auf eine tatsächliche oder erwartete Straffung der Geldpolitik reagieren werden, ist immer schwer vorauszusagen, aber insbesondere in der aktuellen Lage.”

Kohn hat die Banken gedrängt, angemessene Kontrollen gegenüber Risiken aufgrund steigender Kurzfristzinsen zu schaffen. In jüngster Zeit haben bereits einige Notenbanker die Investoren gemahnt, sich auf eine Rücknahme der geldpolitischen Stützungsmassnahmen vorzubereiten. Der Offenmarktausschuss der Fed hat am 27. Januar seinen Konjunkturausblick angehoben sowie bekräftigt, er werde die Liquiditätshilfen und ein 1,25 Billionen Dollar schweres Programm zum Aufkauf von Hypothekenpapieren beenden. Auch zeigten sich die Notenbanker weniger zuversichtlich, dass die Inflation gemässigt bleiben werde. “Die Führungsspitzen müssen beim Messen und der Bewertung des Gefährdungspotenzials aktiv mitwirken”, sagte Kohn auf einer von der Einlagenversicherung gesponserten Sitzung. “Die Anwendung solider Methoden wird angesichts der gegenwärtigen Unsicherheiten über Zeitpunkt und Auswirkungen von Zinsveränderungen um so wichtiger.”

Die Fed und andere US-Aufsichtsbehörden haben die Banken diesen Monat aufgefordert, so genannte Stresstests laufen zu lassen, wie ihre Bilanzen auf eine “unmittelbare und erhebliche Veränderung” bei den Zinsen und auf “wesentliche” Veränderungen im Zeitverlauf reagieren würden.

Banken, die über kurzfristige Kredite langfristige Aktiva erwerben, wie das viele kleinere Kommunalbanken gemacht haben, wären durch steigende Zinsen verwundbar, erläuterte Kohn. “Es ist jetzt besonders wichtig, dass die Institute gesunde Verfahren zur Messung, Überwachung und Kontrolle dieser Risiken haben. Die jüngste Krise habe gezeigt, dass kurzfristige Kapitalaufnahme und langfristige Kreditvergabe eine ohnehin risikoreiche Geschäftsstrategie ist. Im vergangenen Jahr sind 140 Banken zusammengebrochen, so viel wie seit 1992 nicht mehr.

(Bloomberg)


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