Während dem Gold bisher wenige Bedeutung in der Industrie zukommt, außer dem Veredeln von Kontakten bei Schaltern und Steckern, spielen die Platinoide eine wichtige Rolle als Autokatalysatoren. Doch nun wurde auch für das Gold eine Bedeutung als Katalysator entdeckt, und zwar nicht auf einem Nebenschauplatz: Das Gas Ethylen (oder Ethen, früher auch Äthylen: Äthan mit Doppelbindung: H2C=CH2) ist einer der wichtigsten Ausgangsstoffe zur Erzeugung diverser Kunststoffe. Derzeit gewinnt man Ethylen aus der Spaltung von Erdöl, d.h. durch Steamcracken von Erdölfraktionen. Doch Forscher der Universität Ulm und vom Georgia Institute of Technology in Atlanta haben vor wenigen Tagen am 19.1. 2010 ein neues Verfahren veröffentlicht: Mittels eines Goldkatalysators (Gold-Dimer) kann man zwei Methanmoleküle so miteinander verknüpfen, dass zwei Wasserstoffatome abgegeben werden und ein Ethylenmolekül entsteht. Bisher war dieser Prozess nur durch die Anwendung extremer Kräfte (sprich: Energieeinsatz) möglich. Und Methan gibt es bekanntlich zur Genüge, nicht nur als Abfallprodukt der Öl- und Gasförderung und in riesigen Lagerstätten, sondern auch in jedem Kuhstall. Daher ist dieses Verfahren auch ökonomisch hochinteressant.
„Sowohl die Aktivierung der Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen des Methans als auch die anschließende Abspaltung des Ethylenmoleküls erfordern ein kooperatives Zusammenwirken mehrerer an das Golddimer gebundener Moleküle,“ erklären die Forscher Bernhardt und Landman den Vorgang und sehen auch das Anwendungspotential: „Unsere Erkenntnisse sind nicht nur von grundlegendem, sondern auch von möglichem praktischem Interesse.“ (Quelle: www.organische-chemie.ch/chemie/2010/jan/ethen.shtm ).
Abbildung: Goldkristall (wikiCommons, Urh.: Alchemist-hp (talk) www.pse-mendelejew.de
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