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Niedriger Leitzins, Inflation, Arbeitslosigkeit > Österreicher sparen weniger   Facebook be



27.01.2010
 

Die Österreicher sparen erstmals wieder weniger. Die Spartätigkeit der privaten Haushalte kühlte sich im dritten Quartal 2009 gegenüber den beiden anderen Quartalen des Jahres etwas ab. So sank laut aktuellen Daten der Nationalbank die Sparquote auf Jahresbasis auf 11,2%. Die reduzierte Sparneigung erfolgte vor dem Hintergrund einer geringen Inflation und einer gegenüber 2008 gestiegenen Arbeitslosenquote. „Die Veranlagungstätigkeit im dritten Quartal 2009 fand im Umfeld niedriger Leitzinsen statt, die auch auf die Interbankzinssätze und auf die Bankenzinssätze im Kundenneugeschäft wirkten“, erklärt die OenB in einer Aussendung. Die Entwicklung wurde zudem von einem leicht gestiegenen Konsumverhalten begleitet.

Hand in Hand mit der geringeren Ersparnisbildung veranlagten private Haushalte weniger in Finanzanlagen. 2,3 Mrd. Euro wurden in Finanzanlagen investiert. Das entspricht rund einem halben Prozent des Geldvermögens zur Jahresmitte 2009. Der Vermögensaufbau betrug 2,3 Mrd. Euro (die Sparneigung ist ein Indikator für die Höhe der Geldvermögensbildung). Das Geldvermögen aller privater Haushalte (Bargeld, Einlagen, Wertpapiere,...) hatte Ende September 2009 einen Marktwert von 436,6 Mrd. Euro - ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Wert von Dezember 2008.

Tages- lieber als Festgeld

Bei der Wahl des Finanzierungsinstrumentes wurden täglich fällige Einlagen bevorzugt. Diese stiegen um 3,2 Mrd. Euro und wurden zum Teil aus Umschichtungen von gebundenen Guthaben gebildet. Per saldo machte die Erhöhung der Einlagen 1,2 Mrd. Euro bzw. rund die Hälfte der gesamten Geldvermögensbildung aus.

Wertpapiere: Wieder Wert von 09/2008

Trotz einer weiteren Belebung der Aktienmärkte durch steigende Kurse und zaghafter Neuemissionen kauften Privatanleger per saldo keine Aktien. Ungeachtet geringer Investitionen in Wertpapiere stieg der Marktwert der Wertpapierportefeuilles im dritten Quartal 2009 weiter an. Die internationalen Aktienmärkte zeigten seit dem Q2 2009 Kursanstiege, die auch die aktuellen Bewertungen der Portefeuilles privater Wertpapierbesitzer positiv beeinflussten. Handelbare Wertpapiere konnten erstmals seit drei Quartalen wieder - wenn auch nur im Umfang von netto rund 100 Mio. Euro - an private Haushalte abgesetzt werden. Privatanleger kauften den OenB-Angaben zufolge vor allem Bankanleihen sowie Investmentzertifikate. Der aktuelle Marktwert aller handelbaren Wertpapiere belief sich Ende September 2009 auf 86,7 Mrd. Euro bzw. 20% des gesamten Finanzvermögens. Das entspricht damit wieder etwa dem Wert vom September 2008.

(hd)

Aus dem Börse Express-PDF vom 27. Jänner 2010


 
 

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