Erstmals seit fünf Jahren hatUngarn wieder eine Dollar-Anleihe emittiert. Das zehnjährigePapier im Volumen von zwei Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro) bietetnach Bloomberg-Daten eine Renditeprämie von 265 Basispunkten gegenüber US-Treasuries gleicher Laufzeit.Beobachter erwarten, dass die Bonds schlechter als der Markt abschneiden, denn die Rendite sei “knapp” kalkuliert, verglichen mit bereits umlaufenden Ungarn-Anleihen.
Diese Entwicklung stehe im Einklang mit jüngsten Anleiheemissionen aus anderen Schwellenländern, sagte Luz Padilla, Emerging-Markets-Anleihespezialist bei DoubleLine Capital LP in Los Angeles. "Die meisten der Neuemissionen in diesem Jahr waren keine Renner. Sie waren gut für die Emittenten und für die Investoren angemessen”, sagte Padilla. 2010 begebene Anleihen imBenchmarkvolumen aus der Türkei und aus Mexiko haben sich unterdurchschnittlich entwickelt. Das belegen Daten von Bloomberg und JPMorgan Chase & Co. Demnach hat die am 5. Januar emittierte 30jährige Anleihe der Türkei im Volumen von zwei Mrd.Dollar seither 0,7 Prozent nachgegeben auf 98 US-Cent je Dollar Nominalwert. Dagegen haben anderen Dollar-Anleihen des Landes im gleichen Zeitraum durchschnittlich 0,5 Prozent gewonnen. Zehnjährige Dollaranleihen aus Mexiko, die am 11. Januar an denMarkt kamen, konnten seither 0,4 Prozent zulegen auf 99,47 Centje Dollar Nominalwert. Das ist weniger als der durchschnittliche Wertzuwachs mexikanischer Dollarbonds von 0,6 Prozent im gleichen Zeitraum.
Zuletzt hatte Ungarn 2005 eine Dollaranleihe im Volumen von1,5 Mrd. begeben, die im Februar 2015 fällig wird. Mit der jüngsten Dollaranleihe kommt Ungarn zum zweiten Mal seit Ausbruch der globalen Kreditkrise an den internationalen Kapitalmarkt. 2008 hat Ungarn als erster Mitgliedsstaat der Europäischen Union eine Finanzspritze vom Internationalen Währungsfonds erhalten. Nun versuchen die Ungarn, weitere Kredite aus demHilfsprogramm im Volumen von 20 Mrd. Euro nicht in Anspruch nehmen zu müssen, indem sie statt dessen den internationalenKapitalmarkt anzapfen. Konsortialbanken waren nach Angaben der ungarischen Schuldenagentur Citigroup Inc. und Deutsche Bank AG.
Ungarns Staatsfinanzen sind angespannt. Der Anteil der Staatsverschuldung am Bruttoinlandsprodukt dürfte sich im laufenden Jahr auf 79,8 Prozent ausweiten, mehr als das Doppelte im Vergleich mit den Nachbarstaaten Slowakei und Rumänien. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stuft Ungarn mit “BBB-”, der niedrigsten Bewertung in der Kategorie Investment Grade ein. Den Ausblick nennt S&P stabil. Bei Moody’s ist Ungarn mit “Baa1” benotet, bei Fitch mit “BBB”. Beide Ratingagenturenstufen Ungarns Bonds damit zwei Stufen höher ein als sogenannteRamsch-Anleihen.
(Bloomberg)









