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Schiffsfonds

Schiffsfonds - Steuersparmodelle zum Geldversenken   Facebook be



26.01.2010
 
Die Lehman-Pleite ist nichts dagegen

Wenn es wo Steuern zu sparen gibt, verabschiedet sich oft die Vernunft. Dies wird von Anbietern von Steuersparmodellen gezielt ausgenützt und so versammeln sich unter dem Deckmantel des Steuersparens so manche Finanzierungsmodelle, von denen man bei klarem Verstand lieber die Finger lassen würde.

20 bis 45 Milliarden Verlust möglich

Ein derartiges Fiasko bahnt sich bei den deutschen Schiffsbeteiligungen an. Lange Zeit gepriesen als „das“ Steuersparmodell, nebstbei noch „todsicher“, hat sich eine ganze Branche von geschlossenen Fonds entwickelt, in die diverse Schiffsbeteiligungen verpackt wurden, und die gegen hohe Vermittlerprovisionen mit teils strukturvertriebsähnlichen Methoden an den Anleger gebracht wurden. Auch bekannte Banken mischten dabei eifrig mit. Ein Viertel Million Deutsche sollen insgesamt an die 20 Milliarden (Quelle: Handelsblatt.de), - andere Quellen sprechen gar von 45 Milliarden Euro - in Tank-, Fracht- und Containerschiffe investiert haben.

Wenn versprochene Traumrenditen von 12% und mehr zu einem Verlustalbtraum mutieren...

Was einst als lukratives, weil steuerschonendes Investment galt, erinnert nun eher an das den meisten aus ihrer Jugend bekannte Spiel vom Schiffeversenken. Die Seenot ist groß und die Verluste aus dem Lehman-Bankrott dürften sich im Vergleich zu diesem neuen Debakel für deutsche Anleger wohl als Bagatellfall herausstellen. Die eigentlich für Besserverdienende gedachten Beteiligungsmodelle wurden ab 2005, als das dt. Finanzamt die Begünstigungen kürzte, auch massiv an Kleinanleger verkauft, über die Risiken dürfte wohl des öfteren mehr geschwiegen als geredet worden sein. Nicht nur ist man in seinem Investment langjährig gefangen, drohen teilweise auch noch Nachschussforderungen, um den Untergang des Schiffes zu verhindern. Zudem können laut einem neuen BGH-Urteil vom 19.10.2009 Sanierungsverweigerer aus einem Fonds gedrängt werden. Den Höhepunkt der Seenot erwarten Anlegerschützer ab der Mitte des laufenden Jahres. Mit einer Belebung der Container-, Fracht- und Tankschifffahrt ist wohl sobald nicht zu rechnen. Schnäppchenfonds (auch Vulture- (Geier)-Fonds genannt, die sich an den Überresten gütlich tun) wittern bereits ihre Chance und beginnen Schiffe aufzukaufen, deren Preis im letzten Jahr um die Hälfte und mehr gefallen ist.

Exorbitante Nebenkosten

Wo Steuern gespart werden können, brauchte man den Euro nicht zweimal umzudrehen. Dies zeigte sich bei den Schiffsfonds darin, dass sie, als der Euro noch rollte, die höchsten Werbungsspesen („Weichkosten“) aller geschlossenen Fonds generierten: Die 2008 in Deutschland vertriebenen Schiffsfonds erwiesen sich laut dem „Jahrbuch Geschlossene Fonds" des Berliner Analysehauses Scope mit 22,1% Werbungskosten als teuerster Beteiligungstyp. Neben Marketingkosten fallen darunter auch diverse Provisionen für Berater, die üppig flossen.

Österreicher investierten mehr als Deutsche

Auch an österreichische Anleger wurden Schiffsfonds eifrig verkauft, manche der deutschen Schiffsfondsvermittler haben sogar Niederlassungen in Österreich und österreichspezifische Websites eingerichtet. Die von den Anlegern eingezahlten Summen sind beträchtlich. 2004, als der Markt noch boomte, zahlten deutsche Anleger im Schnitt 35.000 Euro ein, Österreicher gar 50.000 Euro, rechnete das Hamburger Emissionshaus HCI damals vor. Kein Wunder, dass auch der österreichische Markt intensiv betreut wurde.

Schadenersatz möglich

Anleger, die ihre Schiffsfonds mit dem Rettungsboot verlassen möchten, haben die besten Chancen, wenn sie Falschberatung (etwa keine ausreichende Risikoaufklärung) oder die nicht-erfolgte Offenlegung von Provisionsflüssen und Kickbacks durch den Vermittler nachweisen können. Auch mangelhafte Prospekte sollen keine Seltenheit in dieser Branche sein. Mit der EU-Anlegerschutz-Richtlinie MiFID wurden zudem die Rechte der Anleger bei Falschberatung entsprechend gestärkt. Nun muss sich zeigen, ob MiFID das Papier wert ist, auf das es gedruckt wurde.
(cr)



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geföX | 2010-02-09 08:42:20 "@ Redaktion"

Liebe Redaktion, dieser Artikel ist leider inhaltlich an einigen Stellen schlicht und ergreifend nicht richtig und daher insgesamt irreführend.
 
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