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Fed-Sitzung

Federal Reserve erwägt Einführung eines neuen Leitzinses   Facebook be



27.01.2010
 

Die US-Notenbank Federal Reserve erwägt einen neuen Leitzins einzuführen. Seit dem Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. im September 2008 ist es der Fed nämlich nicht gelungen, den aktuellen Leitzins, den Fed-Funds-Satz, zu kontrollieren.

Zu diesem Satz leihen die Banken am Tagesgeldmarkt einander Geld aus. Auch befürchten die Währungshüter, dass der Fed-Funds- Satz nicht das geeignete Instrument ist, um die Inflation im Zaum zu halten, wenn diese wieder anzieht und das würde die Glaubwürdigkeit der Fed beeinträchtigen.

Die Notenbanker, die am Dienstag zu einer zweitägigen Tagung zusammenkommen, debattieren nun, den Fed-Funds-Satz durch einen Zinssatz auf überschüssige Bankreserven zu ersetzen oder ergänzen. “Eine mögliche Option wäre, den Zinssatz auf überschüssige Bankreserven zum Leitzins zu machen und den Fed- Funds-Satz innerhalb einer gewissen Bandbreite um diesen schwanken zu lassen”, sagte Jeffrey Lacker, Präsident der Richmond Fed am 8. Januar.

Die Notenbank muss ein effektives Instrument an der Hand haben, wenn sie beginnt, die Zinsen von ihrem Rekordtief aus wieder anzuheben, sagt Marvin Goodfriend, früher Fed-Volkswirt. Ökonomen gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst auf ihrer Sitzung im November anheben wird, ergab eine Bloomberg-Umfrage unter 51 Volkswirten.

Notenbankchef Ben S. Benanke bezeichnete im Juli den Zinssatz auf Reserven als das “vielleicht wichtigste Instrument” für eine geldpolitische Straffung. Wenn der Einlagensatz erhöht wird, der derzeit bei 0,25 Prozent liegt, werden die Banken das Geld bei der Fed belassen und die Inflation nicht durch eine zu starke Kreditvergabe in einer Konjunkturerholung anheizen, so die Überlegung.

Die Überschussreserven der Banken, das sind die Einlagen, die sie bei der Fed über die vorgeschriebenen Beträge hinaus halten, beliefen sich in den zwei Wochen zum 13. Januar auf eine Billion Dollar, verglichen mit 2,2 Mrd. Dollar Anfang 2007. Die Fed hat die Reserven über Notfallkredite und ein Wertpapier- Aufkaufprogramm im Volumen von 1,7 Billionen Dollar geschaffen.

Die neue Politik dürfte dem ähneln, was die Bank of England derzeit macht, sagt Philip Shaw, Chefökonom bei Investec Securities in London. Der Leitzins der britischen Notenbank, derzeit bei 0,5 Prozent, ist der Zinssatz auf die Reserven, die sie für Geschäftsbanken hält. Das schöpft Überschussliquidität aus dem System ab, da die Notenbank die Papiere, die sie über das so genannte quantitative Lockerungsprogramm erworben hat, wieder verkauft.

Ohne einen Fed-Funds-Zielzinssatz müssten die Banken in den USA einen neuen Weg finden, einen Zinssatz für Kredite von erstklassigen Schuldnern festzusetzen. Diese so genannte Prime Rate ist derzeit an den Fed-Funds-Satz gekoppelt und liegt drei Prozentpunkte über diesem. In der Vergangenheit hat die Fed den Satz kontrolliert, indem sie Treasuries kaufte beziehungsweise verkaufte und damit Liquidität in das System pumpte oder sie ihm entzog. Dieser Mechanismus versagte, als die Fed nach der Pleite von Lehman Brothers das System mit Bargeld flutete, um einen Kollaps des Finanzsektors zu vermeiden.

Der Einlagensatz würde dazu beitragen, einen Boden unter den Fed-Funds-Satz zu setzen, weil die Fed durch die Zahlung eines festen Zinssatzes Kapital für einen bestimmten Zeitraum binden und vorzeitige Abzüge nicht zulassen würde. “Die Banken werden am Geldmarkt Kapital nicht zu einem niedrigeren Zinssatz ausleihen als sie risikofrei bei der Federal Reserve erhalten können”, erklärte Bernanke in einer Rede..

Aber es gibt auch Risiken bei diesem Instrument. Die Banken könnten mehr Einnahmen erzielen, wenn sie zum Satz für erstklassige Kredite Geld ausleihen statt Einlagenzinsen bei der Fed einzustecken, gibt William Ford zu Bedenken, der früher Präsident bei der Atlanta Fed war und nun an der Middle Tennessee State University lehrt. Auch könnte die direkte Steuerung des Leitzinses - statt das Anstreben eines Marktsatzes - den Handel und die Finanzierung in Richtung kurzfristige Kredite verlagern, sagt Vincent Reinhart, der bei der Fed früher für geldpolitische Angelegenheiten zuständig war. Denn die Investoren können davon ausgehen, dass der Satz sich zwischen Fed-Sitzungen nicht ändern wird.

Die New York Fed hat noch ein anderes Instrument getestet, um Liquidität abzuschöpfen, nämlich Repo-Vereinbarungen. In dem Fall würde die Fed Wertpapiere verkaufen und sie zu einem vereinbarten, späteren Zeitpunkt zurückkaufen.


Die US-Notenbank Federal Reserve erwägt einen neuen Leitzins einzuführen. Seit dem Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. im September 2008 ist es der Fed nämlich nicht gelungen, den aktuellen Leitzins, den Fed-Funds-Satz, zu kontrollieren.

Zu diesem Satz leihen die Banken am Tagesgeldmarkt einander Geld aus. Auch befürchten die Währungshüter, dass der Fed-Funds- Satz nicht das geeignete Instrument ist, um die Inflation im Zaum zu halten, wenn diese wieder anzieht und das würde die Glaubwürdigkeit der Fed beeinträchtigen.

Die Notenbanker, die am Dienstag zu einer zweitägigen Tagung zusammenkommen, debattieren nun, den Fed-Funds-Satz durch einen Zinssatz auf überschüssige Bankreserven zu ersetzen oder ergänzen. “Eine mögliche Option wäre, den Zinssatz auf überschüssige Bankreserven zum Leitzins zu machen und den Fed- Funds-Satz innerhalb einer gewissen Bandbreite um diesen schwanken zu lassen”, sagte Jeffrey Lacker, Präsident der Richmond Fed am 8. Januar.

Die Notenbank muss ein effektives Instrument an der Hand haben, wenn sie beginnt, die Zinsen von ihrem Rekordtief aus wieder anzuheben, sagt Marvin Goodfriend, früher Fed-Volkswirt. Ökonomen gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst auf ihrer Sitzung im November anheben wird, ergab eine Bloomberg-Umfrage unter 51 Volkswirten.

Notenbankchef Ben S. Benanke bezeichnete im Juli den Zinssatz auf Reserven als das “vielleicht wichtigste Instrument” für eine geldpolitische Straffung. Wenn der Einlagensatz erhöht wird, der derzeit bei 0,25 Prozent liegt, werden die Banken das Geld bei der Fed belassen und die Inflation nicht durch eine zu starke Kreditvergabe in einer Konjunkturerholung anheizen, so die Überlegung.

Die Überschussreserven der Banken, das sind die Einlagen, die sie bei der Fed über die vorgeschriebenen Beträge hinaus halten, beliefen sich in den zwei Wochen zum 13. Januar auf eine Billion Dollar, verglichen mit 2,2 Mrd. Dollar Anfang 2007. Die Fed hat die Reserven über Notfallkredite und ein Wertpapier- Aufkaufprogramm im Volumen von 1,7 Billionen Dollar geschaffen.

Die neue Politik dürfte dem ähneln, was die Bank of England derzeit macht, sagt Philip Shaw, Chefökonom bei Investec Securities in London. Der Leitzins der britischen Notenbank, derzeit bei 0,5 Prozent, ist der Zinssatz auf die Reserven, die sie für Geschäftsbanken hält. Das schöpft Überschussliquidität aus dem System ab, da die Notenbank die Papiere, die sie über das so genannte quantitative Lockerungsprogramm erworben hat, wieder verkauft.

Ohne einen Fed-Funds-Zielzinssatz müssten die Banken in den USA einen neuen Weg finden, einen Zinssatz für Kredite von erstklassigen Schuldnern festzusetzen. Diese so genannte Prime Rate ist derzeit an den Fed-Funds-Satz gekoppelt und liegt drei Prozentpunkte über diesem. In der Vergangenheit hat die Fed den Satz kontrolliert, indem sie Treasuries kaufte beziehungsweise verkaufte und damit Liquidität in das System pumpte oder sie ihm entzog. Dieser Mechanismus versagte, als die Fed nach der Pleite von Lehman Brothers das System mit Bargeld flutete, um einen Kollaps des Finanzsektors zu vermeiden.

Der Einlagensatz würde dazu beitragen, einen Boden unter den Fed-Funds-Satz zu setzen, weil die Fed durch die Zahlung eines festen Zinssatzes Kapital für einen bestimmten Zeitraum binden und vorzeitige Abzüge nicht zulassen würde. “Die Banken werden am Geldmarkt Kapital nicht zu einem niedrigeren Zinssatz ausleihen als sie risikofrei bei der Federal Reserve erhalten können”, erklärte Bernanke in einer Rede.

Aber es gibt auch Risiken bei diesem Instrument. Die Banken könnten mehr Einnahmen erzielen, wenn sie zum Satz für erstklassige Kredite Geld ausleihen statt Einlagenzinsen bei der Fed einzustecken, gibt William Ford zu Bedenken, der früher Präsident bei der Atlanta Fed war und nun an der Middle Tennessee State University lehrt. Auch könnte die direkte Steuerung des Leitzinses - statt das Anstreben eines Marktsatzes - den Handel und die Finanzierung in Richtung kurzfristige Kredite verlagern, sagt Vincent Reinhart, der bei der Fed früher für geldpolitische Angelegenheiten zuständig war. Denn die Investoren können davon ausgehen, dass der Satz sich zwischen Fed-Sitzungen nicht ändern wird.

Die New York Fed hat noch ein anderes Instrument getestet, um Liquidität abzuschöpfen, nämlich Repo-Vereinbarungen. In dem Fall würde die Fed Wertpapiere verkaufen und sie zu einem vereinbarten, späteren Zeitpunkt zurückkaufen.

( Bloomberg )



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