Leitzins

Japan tastet Zinsschraube nicht an   Facebook be



26.01.2010
 

Japans Notenbank hat am Dienstag die Leitzinsen unverändert bei 0,1 Prozent belassen. Der Beschluss war einstimmig, teilte die Bank of Japan mit. Die Entscheidung war am Markt erwartet worden. 17 von Bloomberg befragte Ökonomen hatten mit gleich bleibenden Leitzinsengerechnet.

“In einem Umfeld, in dem die Wirtschaft an Schwung verliert, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Notenbank unter Druck geraten wird, die Geldpolitik weiter zu lockern, "sagte Teizo Taya, ehemaliges Notenbankmitglied und nun Beraterbeim Daiwa Forschungsinstitut in Tokio. Die Notenbank werde wahrscheinlich eine Ausweitung der Kreditfazilitäten in Betracht ziehen. Eine Ausweitung der Anleihekäufe werde sie so weit wie möglich vermeiden, fügte Taya hinzu.

Die Notenbank ließ in ihrer Lagebeurteilung die Einschätzung unverändert, dass die Wirtschaft infolge der weltweiten Konjunkturprogramme “in Fahrt komme”. Es gebe noch nicht genug Schwung für eine sich selbsttragende Erholung beider privaten inländischen Nachfrage, hieß es in der Mitteilung der Bank of Japan weiter. Erneut verwies die Notenbank auf die“entscheidende Herausforderung”, die Deflation auszumerzen. Zudem werde die Notenbank werde ihre Politik der niedrigen Leitzinsen fortsetzen.

Auch die im Oktober aufgestellten Prognosen für die Wirtschafts- und Preisentwicklung beließen die Notenbanker unverändert. Die Deflation werde etwas moderater ausfallen als vorhergesagt, “vor allem infolge des Anstiegs der Rohölnotierungen”. Als ungewöhnlich bezeichneten Beobachter die Äußerungen von Japans Finanzminister Naoto Kan am Dienstag im Parlament vor Bekanntgabe der Zinsentscheidung. “Es gibt natürlich mehrereMöglichkeiten”, sagte Kan mit Blick auf die Geldpolitik der Notenbank. “Ich erwarte, dass der Weg für ein Ende der Deflation binnen zwei bis drei Jahren sichtbar wird, mit unserenBemühungen und der Hilfe der Bank of Japan”, so Kan.Der Zeitpunkt für Kans Äußerungen sei “sehr ungewöhnlich”,sagte Noriaki Matsuoka, Volkswirt bei Daiwa Asset Management inTokio. Die Aussagen des Finanzminsters machten deutlich, dass die Regierung von der Notenbank verlangt, mehr zu unternehmen, um die Deflation gemeinsam mit der Regierung zu bekämpfen. Im Dezember hat die Bank of Japan ein Notprogramm zurKreditvergabe im Umfang von 10 Billionen Yen (7,9 Mrd. Euro)initiiert. Zuvor war der Yen gegenüber dem Dollar auf ein 14-Jahres-Hoch bei 84,83 Yen geklettert. Am Dienstag notierte der Yen bei 90,14 Yen je Dollar. Damit hat der Yen zum Dollar seit Jahresbeginn rund drei Prozent zugelegt.

(Bloomberg)

japan. Leitzins Quelle: Bloomberg

 
 

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