Die ING erwartet für polnische Aktien im ersten Quartal “deutliche Gewinne”. Zur Begründung verweisen die Analysten auf verbesserteGewinnaussichten bei den Unternehmen, eine Aufwertung des Zlotyund anhaltendes Kaufinteresse ausländischer Fonds.“Wir sind für polnische Aktien im ersten Quartalzuversichtlich gestimmt”, schreibt das Analystenteam um Andrzej Knigawka.
Die Unternehmensgewinnedürften 2010 rund 39 Prozent zulegen, “der Zloty sieht günstigaus angesichts der soliden makroökonomischen Daten”, heißt esweiter.ING stufte die Aktien von PKO Bank Polski SA und BankMillenium SA von “halten” auf “kaufen” hoch. Der Bankensektorhat nach Einschätzung von ING die besten Aussichten, von einerErholung zu profitieren. Polens Wirtschaft hat als einzige inder Europäischen Union die Kreditkrise durchgestanden, ohne ineine Rezession abzugleiten.
Der stellvertretende polnischeFinanzminister Ludwik Kotecki sagte am 8. Januar, PolensWirtschaft werde 2010 möglicherweise mehr als zwei Prozentwachsen.Als Favoriten nennt ING den Öl- und Gashändler PolskieGornictwo Naftowe i Gazownictwo SA, sowie Budimex SA, diepolnische Sparte des spanischen Baukonzerns Ferrovial SA, fernerdie Bank Zachodni WBK SA, den Wodkahersteller Central EuropeanDistribution Corp., den zweitgrößten ukrainischen Produzentenvon Sonnenblumenöl Kernel Holding SA und den Modehersteller und-händler LPP SA.
Der Leitindex WIG20 war am Montag 0,2 Prozent fester bei2.411,45 Zählern. Seit Jahresanfang hat der WIG20 0,6 Prozentzugelegt. Die Börse Warschau ist der größte Börsenplatz inZentraleuropa.Für das zweite Quartal ist ING mit Blick auf die weitereKursentwicklung in Warschau vorsichtig gestimmt. Eine Korrektursei möglich, ausgelöst von globaler “Nervosität” und deranhaltenden Privatisierungswelle der polnischen Regierung. Miteiner Vervierfachung der Verkäufe von Anteilen an staatlichenUnternehmen über die Börse im laufenden Jahr will die Regierungdas wachsende Haushaltsdefizit finanzieren. Geplant sindAktienplatzierungen im Umfang bis zu 10 Mrd. Euro. BereitsAnfang Februar sollen 16 Prozent des Versorgers ENEA SA beFinanzinvestoren platziert werden und weitre 20 Prozent desbereits börsennotierten größten polnischen Versorgers PolskaGrupa Energetyczna (PEG) SA. Bis Juni sollen der EnergiekonzernTauron Polska Energia SA und PZU SA, Polens größteVersicherungsgesellschaft folgen.“Wir erwarten, dass dieses Angebot auf der Wertentwicklungdes Marktes lasten wird. Langfristig werden die Auswirkungen derNeuemissionen positiv sein. Denn dadurch steigen das Angebot unddie Marktbreite bei der Aktienauswahl und das hilft derLiquidität des Marktes”, fassen die ING-Analysten zusammen.
Bloomberg


