„Die Nachfrage bleibt auf Erholungskurs, aber wir müssen noch viel Boden gutmachen.“ Giovanni Bisignani, CEO der International Air Transport Association (IATA) sieht Licht am Ende des Tunnels - mehr nicht: Laut den aktuellen Daten kletterte die Zahl der weltweit transportieren Passagiere im November um 4,2% (Europa stagnierte bei 0,6%, aber immerhin das erste Plus heuer) - der bisher höchste Jahreswert. YTD steht trotzdem noch ein Rückgang von 3,2% zu Buche (6,3% sind es in Europa). Ähnlich sieht die Situation im Frachtgeschäft aus: Auf Basis Tonnen legte das Frachtvolumen im November 10,9% zu (5,5 in Europa), womit sich das YTD-Minus auf 10,3% reduzierte (13,5 in Europa).
Den Kunden der Flughäfen geht es also noch immer nicht besonders. Noch dazu, da zuletzt die Ölpreise wieder deutlich anzogen, was klarerweise die Kerosinrechnung der Airlines erhöht. Für die Airline-Branche ist das ein erheblicher Kostenfaktor, dessen Stellenwert sich mit dem steigendem Ölpreis in den vergangenen Jahren sogar erhöht hat: Während bei einem durchschnittlichen Carrier Anfang des Jahrtausends noch weniger als 15% der Gesamtausgaben für Kerosin verwendet werden mussten, sind es jetzt bereits mehr als 25%. Bisignani geht mittlerweile bereits davon aus, dass die Carrier heuer einen Nettoverlust von 5,6 Mrd. US-Dollar schreiben werden (-11 Mrd. dürften es in ‘09 gewesen sein), bisher ging er noch von -3,8 Mrd. aus). Den Umsatz schätzt Bisignani auf 478 Mrd. US-Dollar (4,8% mehr als 2009, aber noch immer 11% unter dem Hoch aus 2008).
Entsprechend verhalten sind auch Analysten zu (Wiener) Airport-Aktien eingestellt, am zuversichtlichsten ist noch Daniel Lion von der Erste Group, der ein Kursziel von 38 Euro ausgibt. Dabei glänzt der heimische Airport im Vergleich bei beinahe jeder Kennzahl - der Titel ist günstiger bewertet als der Rest und weist auch noch die höchste Dividendenrendite auf. Dass die Aktie nicht besser eingestuft wird, liegt nicht nur am Finanzdebakel des Heimcarriers AUA (was Teile der Passagiere kosten könnte), sondern auch an internen Gründen wie den ausufernden Skylink-Bau.
Fazit: Airports sind nichts für einen schnellen Zock, eher für Langfristanleger, die auf Dividenden wert legen.
(gill)






