Seit einigen Jahren sind in Afrika auch China und Indien als wichtige Investoren zu beobachten, um sich die Rohstoffbasis zu sichern. Dies ist für Zin Bekkali, CEO des Fondsspezialisten Silk Invest (London), ein weiteres Argument, das für Afrika spricht.
BE: China versucht derzeit massiv, sich Rohstoffquellen zu erschließen. Viele Anleger fragen sich daher, inwieweit China in Afrika Fuß fasst. Welche Einfluss hat China Ihrer Meinung in Afrika?
Zin Bekkali: Viele Leute sind sich nicht über die Auswirkungen der Machtverschiebung hin zu dem Emerging Markets so ganz im Klaren. Diese Länder tragen bereits 50% zum globalen BIP bei und diese aufstrebenden Länder sind weit aufgeschlossener, in andere aufstrebende Märkte zu investieren. Aus dieser Perspektive ist es nur konsequent, dass China einer der Hauptinvestoren in Afrika ist. Allerdings entfallen auf China nur 20% der Investments in Afrika und Indien ist mindestens ebenso wichtig. Europäische Länder sind nach wie vor führend und die USA positionieren sich zunehmend in Afrika. Was sich in den letzten paar Jahren geändert hat, ist, dass die afrikanischen Länder nunmehr in der Lage sind, für sich die besten Deals auszuhandeln. Die Tatsache, dass die am schnellsten wachsenden asiatischen Volkswirtschaften in Afrika investieren, sollte ein Signal für europäische Investoren sein, ihnen zu folgen.
BE: Silk Invest hat offensichtlich daraus die Konsequenzen gezogen und 2009 einen Afrika-Fonds aufgelegt. Wie managen Sie Ihr Portfolio und wie haben Sie sich für 2010 positioniert?
Zin Bekkali: Silk Invest glaubt fest an einen Investment-Ansatz, der auf lokalem Know-How basiert, da die verschiedenen afrikanischen Märkte recht unterschiedlich sind. In unserem Team arbeiten Leute aus Südafrika, Nigeria, Ghana, Ägypten, Kamerun, Marokko und der Elfenbeinküste. Jeder aus dem Team trägt dazu bei, die lokalen Gegebenheiten bestmöglich zu berücksichtigen. Wichtig ist es auch zu wissen, dass der Silk African Lions Fund kein Rohstofffonds ist und auch sein Exposure in Minenaktien gering ist. Silk African Lions konzentriert sich auf Mittelklasse-Sektoren wie Telekoms, Banken, Bau und Nahrungsmittel. Eine weitere Charakteristik des Fonds ist tägliche Liquidität, da der Fonds in mehr als 80 Aktien investiert, wodurch mögliche Liquiditätsrisken vermieden werden.
BE: 2010 ist auch das Jahr des Weltcups, wodurch der afrikanische Kontinent stärker im Licht der Öffentlichkeit steht. Wie schätzen Sie den Einfluss des Weltcups ein?
Zin Bekkali: Wir hoffen vor allem, dass der Weltcup schließlich dazu beitragen wird, dass sich die Sichtweise der Anleger ändert. Es gibt eine Menge interessanter Geschcihten und der Weltcup ist eine großartige Möglichkeit für Journalisten und Medien, darüber zu berichten. Afrika hat sich geändert und es ist an der Zeit, dass auch die Investoren das erkennen.
BE: Herr Bekkali, wir danken für das Interview.
Zin Bekkali ist CEO von SILK INVEST in London. Silk Invest ist eine Fonds-Boutique, die sich auf Afrika und den Mittleren Osten spezialisiert hat. Ihre Fonds nach Luxemburger Recht, Silk Africa Lions und Silk Arab Falcons, sind auch in Österreich und Deutschland zugelassen. Das Fondsvolumen umfasst insgesamt 60 Mio. Euro.










Wo soll es denn zukünftig noch existenzielles Wachstum geben - kann ja nur bei den derzeit Ärmsten passieren