Bei der schwedischen Krone erwarten einige der größten Devisenhändler im kommenden Jahr eine deutliche Erholung. Die Krone hat im laufenden Quartal die schlechteste Performance unter den 16 wichtigsten Weltwährungen hingelegt.
Die Deutsche Bank AG geht davon aus, dass die Krone gegenüber dem Euro bis Ende März um 6,6 Prozent zulegt. UBS AG und UniCredit SpA raten, Krone gegen Euro zu kaufen und die Danske Bank A/S sieht die Krone als die “am stärksten unterbewertete unter den zehn größten Währungen.” Die Krone habe das höchste Potential, da die schwedische Zentralbank in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen kräftig anheben dürfte, erklärt Devisenstratege John Hydeskov von Danske Bank. Zum Euro sieht er einen Anstieg von 3,3 Prozent im ersten Quartal.
Nimmt man die Kaufkraftparität als Maßstab, notiert die Krone gegenüber dem Euro 46 Prozent unter ihrem wahren Wert, geht aus Bloomberg-Daten hervor. Damit weist sie das größte Missverhältnis unter den Währungen der zehn reichsten Länder auf. In einer Bloomberg-Umfrage prognostizierten 23 befragte Analysten einen Kurs von 9,88 Kronen je Euro bis Ende Juni und einen Kurs von 9,60 Kronen bis Ende 2010. Am Montag notierte die Krone bei 10,43 je Euro.
Im vierten Quartal lasteten neben der schwersten Rezession im Land seit dem zweiten Weltkrieg auch Befürchtungen einer Währungsabwertung im benachbarten Lettland - mit entsprechenden Verlusten für die im Baltikum stark engagierten schwedischen Banken - auf der Schweden-Krone. Zum Dollar gab die Krone bis 24. Dezember 4,2 Prozent nach, gegenüber dem Euro und dem japanischen Yen verlor sie jeweils 2,7 Prozent.
Die Wirtschaftsflaute hat das Land heftig getroffen. Für dieses Jahr rechnet die schwedische Zentralbank mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 4,5 Prozent. Dabei verstärkt die starke Exportorientierung die Misere: Ausfuhren tragen rund die Hälfte zum BIP bei. Im nächsten Jahr dürfte die schwedische Wirtschaft den Prognosen der Riksbank zufolge jedoch wieder um 2,7 Prozent wachsen. Devisenstrategen sehen daher Potential für Zinserhöhungen. Die Riksbank könne bereits im zweiten Quartal die Leitzinsen hochsetzen, Monate vor der Europäischen Zentralbank, erklärt Mansoor Mohi-uddin, weltweiter Leiter Devisenstrategie bei der UBS in Zürich.
Damit zeigt er sich optimistischer als die Riksbank. Bei ihrer Sitzung am 16. Dezember beließen die schwedischen Zinsentscheider ihren Benchmarksatz bei 0,25 Prozent und kündigten an, ihn bis Herbst 2010 auf einem Rekordtief zu halten. Volkswirte rechnen mit einem Anstieg des Leitzinssatzes auf ein Prozent im dritten Quartal 2010. Bei der EZB sehen sie erst im vierten Quartal eine Zinsanhebung.
Im Haushalt lässt sich bereits eine leichte Erholung erkennen. Für November verzeichnete Schweden einen Haushaltsüberschuss von 6,7 Mrd. Kronen (642 Mill. Euro), was ein geringeres Defizit als ursprünglich prognostiziert für das Gesamtjahr erwarten lässt. “Schweden wird eines der wenigen Länder sein, die es sich in der Tat leisten können, weiterhin Konjunkturprogramme zu fahren”, betont Henrik Gullberg, Devisenstratege bei der Deutschen Bank in London, dem weltgrößten Devisenhändler. “Das wird einen großen Unterschied machen, vor allem im Vergleich zu einigen großen Volkswirtschaften, wo derzeit hohe Defizite auflaufen.”
Auch die Sorgen wegen möglicher Verluste aus Engagements schwedischer Banken in Lettland sind weitgehend verschwunden. Im Oktober spekulierten Investoren, das baltische Land werde die Koppelung seiner Währung an den Euro aufgeben. Für diesen Fall hatte das lettische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Haftung von Eigenheimbesitzern für Hausbaukredite begrenzen würde. Da die meisten Wohnbaukredite in Lettland von schwedischen Banken vergeben wurden, befürchteten Marktteilnehmer hohe Verluste aus solchen Krediten. Der Krone bescherte dies mit minus 2,4 Prozent gegenüber dem Euro den höchsten Monatsverlust innerhalb von acht Monaten.
“Das Problem mit den baltischen Staaten - und besonders mit Lettland - ist unter Kontrolle”, sagt Ken Dickson, Vermögensverwalter bei Standard Life Investments in Edinburgh. “Wir sehen die Krone weiterhin sehr positiv. Sie ist unterbewertet, vor allem gegenüber dem Euro.” (Bloomberg)









