Die enge Vertriebskooperation mit der Erste Group hat der Vienna Insurance Group (VIG) innerhalb eines Jahres 20.000 Versicherungskunden gebracht, sagte VIG-Generaldirektor Günter Geyer (im Bild) im Interview mit der Austria Presse Agentur. Umgekehrt sei sein Ziel mitzuhelfen, dass die Erste in Österreich die führende Bank wird - an eine Beteiligung an dem Institut sei dabei aber nicht gedacht.
Insgesamt sei das Potenzial von Erste und VIG im In- und Ausland 16 Millionen Menschen gross - "das ist zwei Mal die Bevölkerung Österreichs". Jeder der beiden Partner habe die Möglichkeit, so viele Kunden wechselseitig zu gewinnen. In Österreich hätten beispielsweise 70 Prozent der Kunden seines Konzerns noch nicht die Erste oder die Sparkassen als Bankpartner. Je nach Berechnung sei der Wert eines einzelnen Kunden mit 40 bis 200 Euro zu beziffern.
Die Zusammenarbeit mit der Erste Group - die "bevorzugte Partnerschaft" wurde im März 2008 besiegelt - sei "perfekt". Jeder behalte dabei seine Unabhängigkeit und mache das für sein Haus Wichtige. Als Ziel für die Vertriebskooperation habe man sich gesetzt, dass jeder zweite Privatkunde der Erste Bank auch Kunde der VIG werde, hatte Geyer schon vergangenes Jahr erklärt.
"Beteiligen werden wir uns an einer Bank aber grundsätzlich nicht", bekräftigt der VIG-Chef auch jetzt - selbst wenn zuletzt etwa die Erste eine Hybrid-Anleihe der VIG übernommen hat und diese wiederum in grösserem Umfang Partizipationsscheine der Bank gezeichnet hat. Eine langjährige und ausgezeichnete Kooperation bedürfe keiner nennenswerter eigentumsrechtlicher Verbindungen, hatten Geyer und Erste-Boss Andreas Treichl schon vor über einem Jahr gesagt.
Trotz Integration der im Zuge des Erste-Deals im Vorjahr erworbenen Sparkassen Versicherung werde es "hundertprozentig" beim Mehrmarken-Auftritt innerhalb der VIG-Gruppe bleiben, also von s Versicherung ebenso wie von der Donau Versicherung, verspricht Geyer. Die "s" sei dabei gewissermassen virtuell "ein Konzern im Konzern".
Die "s", die seit dem 4. Quartal in die VIG-Abschlüsse einbezogen ist, hat dem Versicherungskonzern in mehreren Ländern abgesehen vom organischen Zuwachs einen zusätzlichen Wachstumsschub gebracht. Bis 2010/2012 wird der VIG-Konzern wie berichtet umstrukturiert: Die VIG soll dann als börsenotierte operative Holding fungieren, die Wiener Städtische Versicherung ist dann darunter angesiedelt, neben den jetzigen Töchtern und künftigen Schwestern Donau und "s".
(APA)






