Banken haben in Bezug auf die Finanzkrise zumindest eine Teilschuld. An der Börse waren sie 2009 aber die grossen Abräumer: Der europäische Branchenindex legte bis dato 42,7 Prozent zu, der Gesamtmarkt 27,3 Prozent; die Welt ging nicht unter und damit auch die Finanzwelt nicht. Doch jetzt mehren sich die Warnsignale, die beste Zeit dürften Bankaktien vorerst hinter sich haben. Gründe dafür gibt es sowohl fundamentale wie auch charttechnische: Geht alles gut, weist Europas Branchenindex heuer ein KGV von 24,2 auf - das ist teuer (der Gesamtmarkt liegt bei 16,3). Einzig das Verhältnis aus Kurs zu Buchwert stimmt mit 0,95 positiv, hier liegt der Gesamtmarkt bei 1,65.
Doch Buchwerte sind nur solange gut, bis eine Abschreibung daran zehrt. Dass es noch zu Abschreibungen kommen wird, ist zumindest für die EZB klar. Direktoriumsmitglied Jürgen Stark rechnet bis Ende 2010 noch mit Abschreibungen in Höhe von 187 Milliarden Euro für Europas Bankenwelt. 851,6 Milliarden an Abschreibungen waren bereits bisher zu verkraften. Dafür wurden zwar bereits 843,3 Milliarden an frischem Kapital besorgt, doch sollten die Verluste, wie Stark erwartet, weiter anschwellen, und dann auch noch neue, verschärfte, Eigenkapitalregelungen in Kraft treten, werden wohl noch einige Finanzspritzen notwendig werden. Das ist für Aktionäre gewinnverwässernd und wird daher in der Regel mit Kursverlusten quittiert.
Charttechnisch spitzt sich die Lage jedenfalls zu. Der Branchenindex hat seinen seit März bestehenden kurzfristigen Aufwärtstrend bereits gebrochen. Jetzt muss die 200-Tageslinie halten, die aber nur sieben Prozent entfernt liegt. Anleger sollten vor einer Kaufentscheidung abwarten, ob die Marke hält.
(gill)






