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Notenbanken rühren um   Facebook be



16.12.2009
 

Heute gegen 20.15 Uhr endet die Sitzung der US-Notenbank Fed. Für Analysten ist klar, dass der Leitzins bei unveränderten 0,25 Prozent belassen wird. Fed-Chef Ben Bernanke liess aber bereits im Vorfeld anklingen, das er in der Zukunft einen Anstieg der Leitzinsen in den USA nicht ausschliesst. Wenn die Wirtschaft ihre Erholung fortsetze, könnte es angemessen werden, die Zinsen anzuheben, erklärte Bernanke. Bisher gebe es nicht viele Hinweise darauf, dass der Aktienmarkt derzeit eine Blase bilde.

Beobachter rechnen aufgrund der gestiegenen Inflationsgefahr in den USA mit einem früheren Ende der Politik des billigen Geldes, als zunächst erwartet.

Während in den USA die Zinsanhebungen erst vor ihrem Beginn stehen, nähern sie sich in Australien bereits ihrem Ende. Der Leitzins sei wieder auf Normalniveau, erklärte Vize-Notenbankchef Ric Battellino. Die gegenwärtige Rate von 3,75 Prozent entspreche auf dem Markt mindestens 4,75 Prozent, da die heimischen Banken ihre Kreditzinsen deutlich aggressiver als die Zentralbank angezogen hätten.

Nach einer Erhöhung um 75 Prozentpunkte binnen dreier Monate hatten Investoren eine kontinuierliche Fortsetzung dieses Kurses im kommenden Jahr erwartet und gingen davon aus, dass die Rate bis Ende 2010 5,0 Prozent erreicht. Australien war einer der ersten Industriestaaten, der seinen Leitzins nach der Flutung der Geldmärkte in der Finanzkrise wieder gestrafft hat. "Wir gehen weiter davon aus, dass die Notenbank den Leitzins in der ersten Hälfte des Jahres weiter erhöht, aber dann könnte er bei 4,5 Prozent verharren", sagte der Volkswirt Brian Redican.

Australiens Wirtschaft ist im vergangenen Quartal nur um 0,2 Prozent gewachsen. Ein massiver Einbruch im internationalen Handel zehrte das Wachstum auf der Verbraucherseite, dem Immobilienmarkt und durch ein Auffüllen der Lagerbestände auf.

Nichts tat sich in Schweden. Dort hat die Zentralbank an ihrem rekordniedrigem Leitzins wie erwartet festgehalten. Zudem bekräftigte sie ihre Prognose, dass der Zins bis zum Herbst 2010 auf einem tiefem Niveau bleiben werde. Der Leitzins liegt derzeit bei 0,25 Prozent.

Gesenkt hat dafür Tschechien. Die dortige Nationalbank hat am den Leitzins von 1,25 Prozent auf 1 Prozent gesenkt. Es handelt sich um ein Rekordtief in der Geschichte Tschechiens. Damit geriet der Leitzins auf dieselbe Marke wie jener in der Eurozone. Für Ende 2010 rechnen Experten mit einer Erhöhung des Leitzinses, berichtete die tschechische Nachrichtenagentur CTK.

Und Norwegen erhöhte heute sogar seinen Leitzinssatz überraschend einen viertel Prozentpunkt auf 1,75 Prozent an. Von Reuters befragte Ökonomen wurden von der Entscheidung mehrheitlich auf dem falschen Fuss erwischt, da sie nach der Erhöhung im Oktober nicht mit einer weiteren geldpolitischen Straffung gerechnet hatten. Die Notenbank des skandinavischen Landes war im Frühherbst die erste Zentralbank Europas, die nach der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten wieder an der Zinsschraube gedreht hatte. Das ölreiche Norwegen ist weniger stark von der Krise betroffen als die meisten anderen europäischen Volkswirtschaften.
Finanzminister Sigbjörn Johnsen sagte, die Entscheidung der Notenbank zeige, dass sich die wirtschaftlichen Perspektiven des Landes gebessert haben. Dennoch bestehe weiter das Risiko, dass sich die Wirtschaft schlechter als erwartet entwickle. Die Währungshüter machten deutlich, dass sie vorerst keine weitere Zinserhöhung auf dem Schirm haben und den Leitzins zumindest bis März konstant halten wollen. "Wir haben unsere geldpolitische Strategie nicht geändert", sagte der Vize-Gouverneur der Norges Bank, Jan Qvigstad. Der Überraschungscoup der Notenbanker trieb allerdings die Landeswährung in die Höhe. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzwert des Euro zur Krone mit 8,3695 Kronen deutlich niedriger als am Vortag mit 8,4735 Kronen fest.

Eingegriffen hat auch die Europäische Zentralbank in den Markt, wenn auch nicht an der Zinsfront: Die EZB hat den Banken des Euroraums zum dritten und vorerst letzten Mal liquide Mittel für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden 96,937 Mrd. Euro zugeteilt. Damit liegt das Volumen etwas über dem zweiten aber deutlich unter dem ersten Jahrestender vom Juni als noch rund 442 Mrd. Euro zugeteilt wurden. Im September war das Volumen auf gut 75 Mrd. Euro gesunken.

Beim ersten Ein-Jahres-Geschäft der EZB im Juni war noch die Rekordsumme von 442 Mrd. Euro an mehr als 1100 Banken vergeben worden. Die EZB will die in der Finanzkrise ergriffenen massiven Sondermassnahmen langsam auslaufen lassen.

Die Refinanzierungsgeschäfte der EZB haben normalerweise eine deutlich kürzere Laufzeit. Mit der Ausweitung will die Notenbank den Banken ausreichend Kapital bereitstellen, um die Kreditversorgung in den 16 Euro-Ländern zu sichern.

Anders als bei den ersten Ein-Jahres-Geschäften wird das Geld nicht fix zum derzeit historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent verliehen. Der Zinssatz orientiert sich stattdessen am durchschnittlichen Leitzins der kommenden zwölf Monate. Experten erwarten, dass die EZB den Leitzins in der zweiten Jahreshälfte 2010 anheben wird.

(apa/gill)


 
 

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