Haben diese statistischen Zahlen, denen wir uns im Teil I widmeten, nun auch eine Relevanz für die Praxis? Wie die jüngste Vergangenheit zeigte, die ja durchaus ein beachtlicher Stresstest für Veranlagungen war, sind die zu erwartenden Konsequenzen aus den statistischen Erkenntnissen durchaus eingetreten:
Hedgefonds (insb. die bei Privatanlegern am meisten eingesetzten Dachhedgefonds) hatten eine miserable Performance (der CASAM CISDM FUND of Funds Index verlor 18% in der Finanzkrise), Managed-Futures-Fonds dagegen ihr bestes Jahr. Viele erzielten Renditen von weit über 20%, der bekannte CASAM CISDM CTA Asset weighted Index legte im Krisenjahr 2008 um 18% zu.
Die Performance von Managed Futures Fonds kann sich überhaupt sehen lassen: Seit Gründung des CASAM CISDM CTA Asset weighted Index im Jahr 1980 ist diese Index um über 3.000% (12,3 pro Jahr) gestiegen, während der S&P-500-Aktienindex seither nur um 670 oder 7% pro Jahr gestiegen ist.
Peter Steffen bringt dies in seiner Diplomarbeit (Der Einsatz vom Managed Futures im Rahmen des Asset-Managements) – noch vor der Finanzkrise, 2007 - schön auf den Punkt: „Man kann an der positiven Skewness (Schiefe) von 0,25 erkennen, dass die Renditeverteilung von Managed Futures als einzige von einer signifikanten Rechtsschiefe gekennzeichnet ist, während alle anderen Anlageklassen – mit Ausnahme der Rohstoffe – linksschiefe Renditeverteilungen aufweisen. Deren gleichzeitig höhere Kurtosis führt dazu, dass ihr Exposure zu am linken – also negativen – Ende der Renditeverteilung liegenden Extremereignissen sehr hoch ist.“
Und zieht daraus folgenden Schluss:
„Nachdem wir feststellen mussten, dass Managed Futures als Stand-Alone-Investment wenig empfehlenswert sind, finden wir hier also einen Ansatz, der eine Investition in Managed Futures im Portfoliokontext lohnend erscheinen lässt. Denn Portfolien, in denen Managed Futures nicht enthalten sind, sind durch die Fat Tails der Renditeverteilungen aller anderen Anlageklassen relativ ungeschützt extremen Marktereignissen ausgesetzt. Managed Futures haben hingegen Potenzial, die Linksschiefe und spitze Wölbung der Renditeverteilungen der anderen Anlageklassen auszugleichen und das negative Fat-Tail-Exposure eines solchen Investmentportfolios zu reduzieren, mithin quasi wie eine Portfolioversicherung zu wirken.“
Also zusammengefasst: Managed-Futures-Fonds bieten dem Portfolio einen Schutz wie ein Airbag, was sich dann in der Finanzkrise eindrücklich bestätigt hat. Die Aussage, dass Managed Futures an sich eine schlechte Performance haben, wurde durch den Einbruch der Aktienmärkte und dem gleichzeitigen Anstieg der Managed Futures inzwischen stark relativiert.
(cr)






