Managed Futures

Managed Futures Fonds (I)   Facebook be



07.12.2009
 
Sind Managed-Futures-Fonds Hedgefonds?

Nach wie vor findet man Managed Futures Fonds häufig als Unterklasse von Hedgefonds aufgeführt, d.h. als eine von vielen Hedgefonds-Strategien. Dabei gibt es aber bereits rein statistisch betrachtet, erhebliche Unterschiede.
Hedgefonds im herkömmlichen Sinn haben vor allem folgende Unarten, die man als Anleger weniger schätzt:

1. Ihre Renditeverteilung ist linksschief, das heißt Verluste sind wahrscheinlicher als Gewinne
2. Die Renditeverteilung hat Dicke Enden (Fat Tails), d.h. hohe Verluste oder Totalverlust (aber auch hohe Gewinne) treten häufiger auf, als es der Normalverteilung entspräche.
3. Hedgefonds korrelieren entgegen ursprünglichen Erwartungen besonders in Krisenzeiten stark mit den Aktienmärkten und bieten damit gerade in Krisenzeiten keine sinnvolle Portfolio-Diversifizierung.
Für den Statisik-Interessierten noch ein paar Daten dazu (die anderen mögen darüber hinweglesen):
Laut W. Disch und R. Füss (Chancen und Risken von Hedgefonds als Anlagekategorie, 2004) haben die CSFB-Tremont-Subindizes (in USD) Fixed Income Arbitrage eine Schiefe von –3,2, Distressed Securities –2,7, Convertible Arbitrage –1,5, Merger Arbitrage –1,3, um nur die extremsten Fälle aufzuzeigen (europäische Aktien hatten in derselben Studie eine geringfügige Linksschiefe von–0,42). Die Kurtosis (Maßzahl, in der sich die Fat-Tail-Problematik widerspiegelt) ist meist weit über 3, was auf massive „Fat Tails“, d.h. Totalverlust-Risiko hinweist.
Die Korrelation der Hedgefonds lag für die meisten Kategorien in der Finanzkrise bei weit über 0,80.

Wie schauen nun Managed-Futures-Fonds unter diesen Aspekten aus?

Wir beziehen uns hier ausschließlich auf Trendfolger-Modelle, welche die wichtigsten MF-Fonds darstellen. Diese Fonds springen je nach charttechnischen Indikatoren auf fallende oder steigende Preistrends auf, indem sie Futures kaufen oder verkaufen, sie können also prinzipiell in beide Richtungen profitieren. Neben Rohstoff-Futures werden in der Regel auch Zins-, Währungs- und Aktienindex-Futures gehandelt (es gibt aber auch Managed Futures Fonds, die nach fundamentalen Kriterien veranlagen, d.h. man überlegt sich, wie sich z.B. die Rohstoffpreise aufgrund von Angebot und Nachfrage in näherer Zukunft entwickeln könnten).
Nach einer Studie von FTC Capital (Wien), 2008, sind Managed Futures Fonds untereinander stark korreliert, bilden also eine Anlageklasse, korrelieren aber kaum mit Aktien und auch kaum mit Hedgefonds. Die geringe oder oft sogar negative Korrelation von MF-Fonds mit Aktien konnte schon in vielen Studien gezeigt werden.

Für den Zeitraum 1997 bis 2006 hatte der Barclays CTA-Index (repräsentativer Managed Futures Index) eine Schiefe von +0,25. Das ist eine deutliche Rechtsschiefe und man vergleiche die mit den oben angeführten Werten für Hedgefonds.
Auch die Problematik der Fat-Tails existiert nicht. Warum? Totalausfälle sind bei Managed Futures Fonds selten, weil sie ja bereits auf eine diversifizierte Strategie setzen und in viele Futures zugleich investiert sind. Die Kurtosis liegt für den CTA-Index im oben genanten Zeitraum bei 0,21, im Gegensatz zu Hedgefonds, wo sie über 3 liegt! Die Tendenz dieser Zahlen wird in etlichen Studien untermauert und verlor auch in der Finanzkrise nicht ihre Gültigkeit.
(wird fortgesetzt)
(cr)


 
 

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