Palladium unterscheidet sich insofern von Gold, als es keine Tradition als Münz- und Anlagemetall hat und auch in der Schmuckindustrie erst seit kurzem stärker eingesetzt wird. Mit Silber teilt es sich die Eigenschaft, dass es ein wichtiges Industriemetall ist.
Palladium als Schmuckmetall
Die Nachfrage aus der Schmuckindustrie wächst zunehmend. Besonders aus China wurde erst unklängst eine explosive Nachfrage nach Palladiumschmuck gemeldet: Palladium ist an sich ideal, da es im Gegensatz zu Silber nicht anläuft und derzeit „nur“ ein Viertel von Gold und ein Fünftel von Platin kostet. Nachdem Gold/Platinschmuck nun deutlich teurer geworden ist, könnte Palladium immer mehr zur Alternative werden. Gänzlich unbekannt ist Palladium in der Schmuckindustrie nicht. Palladium wurde bereits in den 30er Jahren zur Zeit des 2. Weltkriegs als Schmuckmetall eingesetzt. In der jüngeren Vergangenheit war der hohe Preis eine Hürde. Anfang des Jahrtausends war nämlich Palladium wegen Versorgungsengpässen teurer als Platin! Wie Plattgold kann Palladium extrem dünn gewalzt werden und dient neben Nickel und Silber zur Herstellung von Weißgold/Graugold (13-16% Beimischung), wo es Nickel wegen dessen Allergenität wohl verdrängen wird. Im Juli 2009 erhielt Palladium offiziell den UK-Edelmetallstatus, es kann nun mit einem Feingehalt von 500, 950 oder 999 Teilen von 1000 vermarktet werden, sodass der Konsument größere Sicherheit beim Schmuckkauf durch entsprechende Punzierung wie bei Goldschmuck hat
Palladium als Münzmetall
Gedenkmedaillen aus Palladium sind schon länger in Gebrauch, mit der Münzprägung wurde relativ spät begonnen. Die vermutlich erste Palladium-Prägung dürften die 1967 in Tonga (Südpazifik) zur Krönung von König Taufa Ahau Tupou IV in Umlauf gesetzten Münzen sein. Von 1987 bis 1990 kamen in Portugal Palladium-Sondermünzen auf den Markt, 1987 brachte auch Frankreich eine 100 Franc-Münze mit der Büste Lafayettes und Isle of Man eine Serie mit Königin Elisabeth auf der Vorderseite und elf amerikanischen Präsidenten auf der Rückseite. Russland prägte 1989 bis 1995 die Ballerina Serie. China brachte unlängst nach langer Zeit wieder eine 100 Yuan-Palladium-Münze mit Pandas. Australien prägte von 1995 bis 1997 die Emu-Serie (1-Unzen-Münzen). Die Slowakei prägte anlässlich des EU-Beitritts im Jahr 2004 fünfeckige Palladium-Gold-Münzen mit einem Nennwert von 10.000 Kronen.
Palladium als Industriemetall
Palladium stellt ein extrem wichtiges Industriemetall dar: Denn ähnlich wie Platin ist es für Autokatalysatoren verwendbar und wird aufgrund seines derzeit tiefen Preises vermehrt statt Platin eingesetzt. Besonders der flächendeckende Einsatz von Katalysatoren in chinesischen Autos würde die Nachfrage stark ankurbeln. Noch etwas futuristisch, aber von kaum abschätzbarer Tragweite ist die folgende Anwendung: Palladium als Wasserstoffspeicher: Es weist nämlich die höchste Absorptionsfähigkeit aller chemischen Elemente für Wasserstoff auf, bei Raumtemperatur kann es das 900-fache seines Volumens, als kolloidale Lösung gar das 3000-fache speichern. Wasserstoff als Energiespeicher für z.B. wasserstoffgetriebene Autos wird eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Zudem findet Palladium als Katalysator in der Nanotechnologie und als Elektrodenmaterial bei Brennstoffzellen Verwendung. Besonders hier ist künftig ein noch kaum abschätzbares Potential bei Elektroautos vorhanden. Sollte es zu Anwendungen in größerem Umfang kommen, muss man sich ernste Sorgen um die ausreichende Verfügbarkeit von Palladium machen. Zu bedenken ist aber immer, inwieweit es durch neue Technologien zu einer Substitution durch billigere Metalle kommen kann. Angeblich werden inzwischen auch Brennstoffzellen auf Nickelbasis entwickelt.
In der Photographie (Platinotype-Verfahren) finden Palladium-Salze für Spezialeffekte Anwendung. In der Elektronik wird Palladium für Elektroden und Kontakte sowie Spezialkondensatoren viel verwendet. In der Petrochemie dient es als Katalysator, und auch in der Wasseraufbereitung (Umwelttechnologie) ist es wesentlich.
(cr)
Abb. : Reines Palladium
Wird fortgesetzt – Teil 3: Palladium als Investment






