Rohstoff-Fonds

Rohstoff-Fonds bleiben noch Randthema für private Anleger   Facebook be



04.12.2009
 
Nur wenige Rohstoff-Fonds für Privatanleger

Trotz hoher Zuflüsse in Rohstofffonds, allein bis November 13 Mrd. Dollar, sind diese bei Privatanlegern wenig gefragt: „Rohstoffe spielen in ihrer Geldanlage keine nennenswerte Rolle“, schreibt FAZfinance.net in einem Beitrag vom 7.9.2009 über das Anlageverhalten der Deutschen. Zwar haben „nach jüngsten Umfragen rund ein Drittel der Anleger Interesse an Rohstoffen als Geldanlage bekundet, in den Depots kommt davon aber letztlich kaum etwas an.“
Dabei hat auch die Anzahl von Rohstofffonds massiv zugenommen: Per Oktober 2007 gab es 191 Rohstoff-Fonds, bis Mitte 2009 ist ihre Anzahl auf über 250 gewachsen. Von diesen sind 41 Edelmetallfonds und 79 Energiefonds (Quelle: Ifund Services, Zürich). Diese Anzahl klingt zwar beeindruckend, ist aber im Vergleich zur gesamten Fondszahl sehr gering. Kaufinteressenten sind zudem weniger Privatanleger, sondern professionelle Investoren, die einen Ersatz für Hedgefonds suchen.
Für Deutschland weist der Fondsverband BVI für „rohstoffnahe“ Investmentfonds nur ein Volumen von 4,4 Mrd. Euro (per 30.6.2009) aus. Ähnlich am Markt für ETFs (exchange traded funds): Per Ende Januar 2009 betrug das globale ETF-Volumen 659 Mrd.USD, wovon nur 11 Mrd. oder weniger als 2% Commodity-ETFs waren (Quelle: Barclays). Auf Basis dieser Zahlen kann man erkennen, dass das Volumen der Rohstoff-Fonds auch trotz der Zuflüsse sehr gering ist. Als Problem seitens der Anbieter wird gerne die UCITS-III-Konformität (nur diese Fonds sind für Kleinanleger zugelassen und dürfen öffentlich beworben werden) angeführt. Allerdings hat Julius Baer z.B. schon 2006 zwei aktiv verwaltete UCITS-III-konforme Rohstoff-Fonds aufgelegt, die in Futures investieren, und die LBBW hat 2008 gar einen nach deutschem Recht aufgelegt. Also ist dies kein prinzipielles Problem. In Österreich sind dennoch Rohstofffonds über die herkömmlichen Vertriebs-Schienen kaum erhältlich.

Welche Rohstofffonds-Strategien gibt es?

Bei den Rohstofffonds sind folgende Anlagestrategien zu unterscheiden:
Nachbildung breiter Rohstoff-Indizes (S&P GSCI, DJAIG, CRB,...), Nachbildung von Subindizes (Energie, Edelmetalle, Argrarprodukte,....), Anlage in physische Assets (meist nur Edelmetalle), auf Futures oder auf Forwards basierende Fonds sowie gehebelte oder ungehebelte Fonds.
Außer bei den physischen Investments ergibt sich dabei häufig das Problem von Rollover-Verlusten durch das Erneuern von auslaufenden Futures. Durch geeignete Strategien können die Rollover-Verluste minimiert werden.

Die Wahl des Basisindex ist für die Performance entscheidend. Während z.B. der RJ CRB seit 2000 bis Mitte 2009 nur 50% im Plus ist (in USD noch dazu), konnte der von Rohstoff-Guru Jimmy Rogers jährlich nach seinen Einschätzungen re-adjustierte Index RICI um 350% zulegen (im Höchst waren es +100% zu 500%!).

Rohstoffe bei Derivate-Anbietern beliebt

Während also Rohstoff-Fonds noch immer eher ein Schattendasein fristen, sind Rohstoffe vor allem zur Spielwiese der Derivate-Emittenten geworden, die eine gewisse spekulativ-orientierte Anlegerschicht bedienen. An der Derivatebörse Scoach sind z.B. 18.700 Rohstoff-Zertifikate gelistet, wobei Knock-Outs mit 6800 und Optionsscheine mit 8550 den Löwenanteil ausmachen. Für Zocker bieten Rohstoffe daher durchaus ein breites Betätigungsfeld.
(cr)
Abbildung: Palmölplantage


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


© boerse-express.com
loading..