Kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat die Münchener Rück eindringlich vor massiven Verwerfungen in der Versicherungsbranche in Folge der Erderwärmung gewarnt. "Die Produkte werden teurer", sagte Torsten Jeworrek, Vorstand beim weltgrößten Rückversicherer, am Donnerstag in München. Hauptgrund dafür seien immer höhere Schäden.
Versicherer dürften in bestimmten Bereichen - etwa Absicherungen gegen Hurrikane in der Karibik oder Hochwasser in der Nähe notorischer Flüsse - ihre Angebote zudem zurückschrauben. Grundsätzlich werde es dann dort noch schwieriger, sich Versicherungsschutz leisten zu können. Schon jetzt sind Menschen und Firmen in reichen Ländern signifikant besser gegen Naturkatastrophen abgesichert als in Entwicklungsländern.
Nach Angaben der Münchener Rück sind wetterbedingte Schäden durch Stürme, Überschwemmungen oder Dürre-Perioden seit 1980 im Schnitt um elf Prozent pro Jahr gestiegen. Eine Ursache dabei sei der Klimawandel - Milliardenlasten für die Assekuranz sind die Folge. Weltweit summierten sich die wetterbedingten Schäden derzeit auf rund 100 Mrd. Dollar (66,3 Mio. Euro), 30 Prozent davon gingen vermutlich auf den Klimawandel zurück.
Deshalb müsse sich die Staatengemeinschaft bei der bevorstehenden Klimakonferenz in Dänemark dringend auf verbindliche und ambitionierte Ziele zur Reduktion von schädlichen Emissionen verständigen. "Einen Aufschub zulasten künftiger Generationen können wir uns nicht leisten", sagte Jeworrek.
Um die Belastungen für Entwicklungsländer abzufedern, die oft stark betroffen sind, bringt der Dax-Konzern eine eigene Initiative in den Verhandlungsprozess für Kopenhagen ein. Teil des Projekts sind Maßnahmen zur Prävention und Unterstützung von Mikroversicherungen. Zudem soll ein fünf Mrd. Dollar schwerer Versicherungspool für Spitzenrisiken geschaffen werden. Insgesamt würden sich die Kosten jährlich auf zehn Mrd. Dollar summieren.
Offen sind allerdings noch viele Details. In den Hochrisiko-Pool sollen primär Industrieländer einzahlen, die den Klimawandel maßgeblich verursacht haben. Die Staaten müssten sich proportional zu ihren Emissionen beteiligen und könnten sich die Gelder von den Verursachern wie bestimmten Unternehmen über eine Steuer holen. 2013 soll das System greifen. (APA)









