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Fondsmanager Steinberg hält Yuan für 30 - 35 Prozent unterbewertet   Facebook be



24.11.2009
 
Die Regierung in Peking werde nicht umhin kommen, den Yuan aufwerten zu lassen, so der Vorstandsvorsitzende von WisdomTree

Die chinesische Währung ist nach Ansicht der New Yorker Vermögensverwaltung WisdomTree Investments Inc. gegenüber dem Dollar um 30 bis 35 Prozent unterbewertet. Die Regierung in Peking werde nicht umhin kommen, den Yuan nach und nach aufwerten zu lassen, sagte der Vorstandsvorsitzende von WisdomTree, Jonathan Steinberg, im Interview mit Bloomberg TV in Singapur am Dienstag.

“Die Unterbewertung dürfte sich auf 30 bis 35 Prozent belaufen. Aber die chinesische Regierung wird nur eine schrittweise Aufwertung zulassen”, sagte Steinberg, der unter anderem einen börsennotierten Fonds (ETF) leitet, der die Wertentwicklung des Yuan abbildet. Das verwaltete Vermögen des Wisdom Dreyfus China Yuan Fund hat sich im dritten Quartal gegenüber dem zweiten von 200 Mill. Dollar auf 400 Mill. Dollar verdoppelt. Der Fonds investiert überwiegend in Drei-Monats- Devisenkontrakte auf den Yuan, die in Dollar abgerechnet werden.

Der Yuan-Währungsfonds habe jüngst eine Menge Geld angelockt, wie andere Fonds, die in Devisen aus Schwellenländern investieren. “Der schwächere Dollar hat bei den Leuten das Bewusstsein geschärft, wie Wechselkurse schwanken” so Steinberg weiter. Der Fondsmanager begründet seine Zuversicht für eine Yuan-Aufwertung mit der vorherrschenden Konsensmeinung. “Das Schöne am Yuan ist, dass die Leute davon ausgehen, es gibt keine Abwärtstendenz. Ich kenne keine einzige Person weltweit, die den Yuan für überbewertet hält. So lange der Dollar fällt, wird das Interesse anhalten. Als Anlagealternative zum Werterhalt konkurriert der Yuan auch mit Gold”, fasst Steinberg zusammen.

Am Devisenmarkt in Schanghai kostete der Dollar am Dienstag 6,8285 Yuan je Dollar, gegenüber 6,8301 am Vortag. Am Terminmarkt wurde der Yuan auf Zwölf-Monats-Sicht zuletzt zu 6,6255 Yuan je Dollar gehandelt. Das entspricht einer erwarteten Aufwertung von drei Prozent.

Auf politischer Ebene halten sich alle Beteiligten zurück. Beim Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama in Peking in der Vorwoche gab es in der Frage des Wechselkurses keinen Durchbruch. US-Finanzminister Timothy Geithner übte beim APEC- Gipfel in Singapur Anfang des Monats keine Kritik an Chinas Wechselkurspolitik.

Chinas Notenbank schrieb in ihrem am 11. November veröffentlichten Quartalsbericht, die Devisenpolitik der Bank werde weltweite Kapitalströme ebenso berücksichtigen wie Veränderungen bei den wichtigsten Devisen. Die Notenbanker unterließen es aber, die bisher gebrauchte Formulierung zu wiederholen, den Yuan “grundsätzlich stabil” zu lassen.

Stimmen aus Chinas Bankensektor sind etwas deutlicher: Ha Jiming, Chefökonom bei China International Capital Corp., der ersten Investmentbank in China, die bereits 1995 gemeinsam von Investoren aus dem Westen und chinesischen Partnern gegründet wurde, sagte, der Yuan könnte die Aufwertung im ersten Quartal 2010 fortsetzen, im Gleichschritt mit einer Erholung bei den chinesischen Exporten. Auf das Gesamtjahr 2010 erachtet Ha eine Aufwertung von drei bis fünf Prozent als möglich, schließt hingegen eine kräftigere Aufwärtsbewegung beim Yuan nicht aus: “Wenn die sozialen Sicherungssysteme greifen und die Aufwertung nicht die soziale Stabilität gefährdet, dann könnte der Yuan eine erhebliche Aufwertung erfahren, beispielsweise 15 bis 20 Prozent”, sagte Ha in der Vorwoche. Derzeit seien aber die Voraussetzungen dafür nicht gegeben, schränkte Ha ein. (Bloomberg)


 
 

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