Die fondsgebundene Police gilt als Lebensversicherung mit der höchsten Transparenz, heisst es im „Euro“. Vor der Finanzkrise erfreuten sich Fondspolicen grosser Beliebtheit. Doch mittlerweile sind diese ins Wanken geraten und weisen teilweise eine katastrophale Wertentwicklung auf. So haben Kunden mit aktienorientierten Fondspolicen bei Versicherungen von Allianz bis Zurich für einen Zeitraum von drei Jahren einen Wertverfall von 24 bis 45 Prozent hinnehmen müssen, berichtet das „Versicherungsjournal“ bezugnehmend auf eine von „Euro“ durchgeführte Studie. Ist der Aktienanteil zwischen 30 und 50 Prozent und somit das Risiko geringer, wurden bessere Ergebnisse erzielt. So kann die Vienna Life von 31.3.2004 bis 31.3.2009 einen Wertzuwachs von 25,8 Prozent aufweisen. Im Dreijahreszeitraum erlitten allerdings sämtliche untersuchte Policen Verluste. Am Besten schnitten jene Policen mit einem Aktienanteil von unter 30 Prozent ab. Hier schafft Legal & General sogar für den Zeitraum von drei Jahren ein Plus von zwar mageren, aber immerhin positiven 4,57 Prozent.
„Ein guter Zins auf einen kleinen Betrag nutzt aber nichts,“ schreibt „Finanztest“ und weist damit auf die Problematik der versteckten Kosten für die Kapitalanlage hin. So weisen die drei With-Profit-Produkte Canada Life, Clerical Medical und Standard Life bei einem Vertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren Abschlusskosten und Aufgabeaufschläge auf die Fonds zwischen 8 Prozent (Standard Life Freelax) und 13,3 Prozent (Clerical Medical Wealthmaster Rente) aus. Zusätzlich werden fixe Verwaltungskosten von rund 5 Prozent (ausser Clerical Medical) sowie Verwaltungs- und Fondskosten zwischen 0,4 und 1,5 Prozent jährlich vom Guthaben verlangt. Einzig Legal & General fordert keine Abschlusskosten. „Scheinbar niedrige Versicherungskosten können durch Rückflüsse aus überhöhten Fondsgebühren der Investment-Gesellschaften geschönt worden sein“, heisst es im „Euro“ zur Kostenproblematik. Ein weiterer Kritikpunkt von „Finanztest“ ist die zu geringe Fondsauswahl. Die With-Profit-Produkte investieren beispielsweise jeweils nur in einen Fonds.
„Überlegen sie zweimal, bevor sie sich auf eine Versicherung mit Fondsinvestment einlassen“, rät Finanztest. Allerdings solle man laufende Policen nicht kündigen, denn das könnte zu grossen Verlusten führen, zeigt ein Praxisbeispiel. So habe ein Prisma-Life-Kunde von seinen seit 2004 einbezahlten 4.350 Euro Anspruch auf einen Rückkaufswert von nur rund 1.600 Euro. (kasp)






