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Asien erwägt Kapitalkontrollen gegen Blasenbildung   Facebook be



23.11.2009
 
Asien führt die Erholung der Weltwirtschaft von der tiefen Rezession an

Einige asiatische Länder denken über Kapitalkontrollen nach. Damit wollen sie den Zustrom von spekulativen Geldern begrenzen, die zu einer Blasenbildung bei Vermögenswerten und einer Aufwertung ihrer Währungen führen könnten.

Politiker und Notenbanker aus Indien, Südkorea und Indonesien haben sich bereits besorgt über den Zustrom von Geldern in ihre Märkte geäußert, der die Preise von Aktien, Immobilien und anderen Vermögenswerten nach oben getrieben hat. Taiwan verbot vergangene Woche ausländischen Investoren, Geld in Festgeldkonten anzulegen, weil das Land Devisenspekulationen befürchtet.

Asien führt die Erholung der Weltwirtschaft von der tiefen Rezession an. Die Politiker der Region befürchten, dass die stärkeren Landeswährungen das Exportwachstum abwürgen sowie Kapitalzuflüsse ermutigen, was die Inflation anheizen und die finanzielle Stabilität untergraben würde.

“Wenn die asiatischen Zentralbanken aus diesen Befürchtungen heraus handeln, wird das beträchtliche Auswirkungen auf die Währungen in der Region haben. Es könnte den zu beobachtenden starken Aufwertungsdruck abschwächen oder abbremsen”, sagt Mitul Kotecha, Leiter Devisenstrategie bei Calyon in Hongkong.

Acht der zehn von Bloomberg verfolgten asiatischen Währungen haben in diesem Jahr gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen. Angeführt wird die Liste von der indonesischen Rupie, dem südkoreanischen Won und der indischen Rupie. In einigen asiatischen Ländern steigen die Eigenheimpreise, auch die Aktienmärkte der Region haben zugelegt. Seit März ist der MSCI Asia Pacific Index um 66 Prozent geklettert. Die Investoren locken die Wachstumsperspektiven im Vergleich zu den USA oder Europa.

“Diese Länder könnten natürlich die Zinsen erhöhen, um die Inflation und die Preisanstiege bei Vermögenswerten einzudämmen”, sagt Norman Chan, Leiter der Währungsbehörde von Hongkong. “Aber sie befürchten, dass nach einer Zinserhöhung noch mehr Carry-Trades eingegangen werden, was noch mehr Kapital locken würde. Die asiatischen Volkswirtschaften stecken daher in einem Dilemma.” Bei Carry-Trades nehmen Investoren Kapital in einem Niedrigzinsland auf, um es dann in einem anderen Land in höher rentierliche Aktiva anzulegen.

Brasilien hat letzten Monat als erstes Land Schritte zur Eindämmung spekulativer Gelder ergriffen. Es führte eine Steuer von zwei Prozent auf ausländische Käufe von festverzinslichen Papieren und Aktien ein.

Indien dürfte Maßnahmen zur Begrenzung des Kapitalzustroms ergreifen, wenn die ausländischen Investments ansteigen, erklärte Finanzminister Ashok Chawla. In Indien haben Ausländer in diesem Jahr per Saldo für 732,5 Mrd. Rupien Aktien gekauft, während sie im Vorjahr noch Nettoverkäufer waren. Die Rupie ist seit Jahresbeginn um 4,7 Prozent geklettert, was den Umsatz von Exporteuren wie Gokaldas Exports Ltd. dämpft. Südkorea denkt über Maßnahmen gegen Dollar-Carry-Trades nach, die die Landeswährung nach oben treiben, berichtet Kim Jong Chang, Leiter der Finanzaufsicht.

Taiwans Notenbankgouverneur Perng Fai-nan äußerte sich besorgt, dass ausländische Investoren etwa 500 Mrd. neue Taiwan- Dollar (10,4 Mrd. Euro) in Taiwan-Dollar-Konten stecken haben. Das ist etwa fünf Mal so viel wie die Notenbank für akzeptabel hält. Die Entscheidung des Landes, Kapitalkontrollen einzuführen, zeigt bereits erste Wirkung. Der Zustrom spekulativer Gelder aus dem Ausland ist von 400 Mrd. NTD im Vormonat auf 350 Mrd. NTD gesunken.

Die Politik der amerikanischen Federal Reserve, die Zinsen bei fast Null zu halten, heizt eine Welle spekulativen Kapitals an, was die nächste weltweite Krise heraufbeschwören könnte, befürchtet Donald Tsang, Verwaltungsratchef der Sonderzone Hongkong.

Ob Kapitalkontrollen die richtige Antwort auf die Kapitalströme und die Aufwertung der Währungen sind, bezweifeln die Privatbank Brown Brothers und die Investmentbank RBC Capital Markets. “Kontrollen können sicherlich die Bewegung dämpfen, aber nicht die Gewinne umkehren”, erläutert Win Thin, leitender Devisenstratege bei Brown Brothers. “Diese Maßnahmen haben kurzfristig Auswirkung auf den Anstieg der Währung”, sagt Eduardo Suarez, Analyst bei RBC. “Der Aufwärtstrend der Währungen vieler Schwellenländer ist auf die soliden Wachstumserwartungen, die Verbesserung der Kreditlage und die anziehenden Börsen zurückzuführen. Ich glaube nicht, dass sie die Aufwertung völlig stoppen können.” (Bloomberg)


 
 

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