Analysten der Commerzbank und Raiffeisen Centrobank (RCB) rechnen in der kommenden Woche trotz einiger wichtiger Konjunkturdaten mit kaum veränderten Kursen an den Rentenmärkten. Zuletzt schafften es steigende Vorlaufindikatoren nicht die Anleihenkurse nach unten zu drücken und vice versa die Renditen ansteigen zu lassen, dieser Trend werde sich in der kommenden Woche fortsetzen.
Nach einer datenarmen Woche steht in den folgenden Tagen wieder eine Fülle an neuen Konjunkturdaten an. So wird am Dienstag der viel beachtete deutsche ifo-Index veröffentlicht. Schon am Montag werden die Einkaufsmanagerumfragen für die Industrie und den den Dienstleistungsbereich bekanntgegeben. Dabei erwarten die RCB-Experten eine Fortsetzung des Aufwärtstrends dieser als Vorlaufindikatoren geltenden Konjunkturdaten.
Auch für den Auftragseingang der Industrie im Euroraum werde mit einem kräftigen Plus zum Vormonat gerechnet. Das europäische Verbrauchervertrauen dürfte hingegen nur wenig Platz nach oben haben, nachdem die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin schwierig sei.
Die Inflationsdaten aus Deutschland und Spanien für November dürften erstmals einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat aufweisen, nachdem mit diesem Monat die starken Rückgänge beim Ölpreis aus der Berechnung der Inflationsraten im Vergleich zum Vorjahr fallen. Diese seien laut den Experten jedoch schon eingepreist und dürften keine neuen Impulse für den Anleihenhandel liefern. Im Normalfall wirke sich eine steigende Inflation belastend auf die Anleihenkurse aus. Die Kredit- und Geldmengenaggregate werden hingegen tiefer erwartet, was die steigenden Inflationsraten ausgleichen dürfte.
Von der Angebotsseite dürfte es laut den Experten der UniCredit keinen Druck auf die Eurozone-Staatsanleihen geben. Das Bruttoangebot an Staatsanleihen werde sich in der kommenden Woche auf 12,75 Mrd. Euro belaufen und damit erneut unterdurchschnittlich ausfallen.
Für die deutschen Bund-Futures im Bereich von zwei bis zehn Jahren werde mit einer steileren Kurve gerechnet, nachdem vor allem das kurze Ende im Moment gefragt sei. Dies begründe sich darauf, dass Investoren ihre Mittel für die letzten Wochen des Jahres "zwischenparken" möchten.
Die Analysten der UniCredit raten Investoren sehr liquide Staatsanleihen überzugewichten. Dazu zählen deutsche, französische und innerhalb der Peripherie italienische Staatsanleihen. Bei der bevorstehenden Verringerung der Marktaktivitäten dürften Positionen, die von engeren Renditeabständen am Eurozone-Staatsanleihenmarkt profitieren, nach der Outperformance der vergangenen Monate an Gewinnmitnahmen leiden. (APA)








