BElogs foonds
 
 Last 24h: 28 

Twitter
Partner des Monats:
 

 
Infofolder:
AnalystAwards
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 8:15, 9.2.2012

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Diffizile Situation

Gehaltsbeschränkungen erschweren AIGs Suche nach neuem CEO   Facebook be



25.05.2009
 

Der Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) muss sich bei der Suche nach einem neuen Konzernchef auf Absagen gefasst machen. Da geeignete Bewerber aufgrund politischen Drucks schwerlich mit einem angemessenen Gehalt rechnen können, müssten sie wohl gehörige Einkommenseinbussen in Kauf nehmen. Der derzeitige Amtsinhaber, Edward Liddy, will zurücktreten, sobald der Vorstand einen Nachfolger gefunden hat.

Liddy ist der vierte AIG-Chef seit 2005. Er war im vergangenen September kurzfristig als Sanierer eingesprungen - mit einem symbolischen Jahressalär von einem Dollar. Für dieses Gehalt werde man keinen Nachfolger für ihn finden, erklärte Liddy im Gespräch mit Bloomberg News. Der Manager übernahm den Konzern, nachdem Washington das Unternehmen vor dem Kollaps bewahrt und im Gegenzug weitgehend verstaatlicht hatte.

Laut Finanzminister Timothy Geithner haben die Vergütungspraktiken an der Wall Street Top-Manager dazu verleitet, zu hohe Risiken einzugehen, was zur Finanzkrise beigetragen habe. Geithner, der bis Mitte Juni ein neues Vergütungsmodell vorstellen will, kündigte bei Bloomberg TV im Vergleich zu den bisherigen Praktiken “erhebliche Änderungen” an. Der Kongressabgeordnete Elijah Cummings fordert, die Bezüge des künftigen CEO sollten sich am Jahresgehalt des US- Präsidenten orientieren. Das Staatsoberhaupt verdient rund 400.000 Dollar (285.000 Euro).

Derartige Anregungen beurteilen Kenner der Materie mit Skepsis. “Washington wird den nächsten Konzernchef nicht angemessen bezahlen können, das schränkt den Kreis der Kandidaten drastisch ein. Vermutlich kommen nur Bewerber in Frage, die im Ruhestand sind bzw. welche aus der Politik”, sagt Alan Johnson, geschäftsführender Direktor bei der Beratungsfirma Johnson Associates Inc. “Wenn man beim Gehalt ein paar Millionen spart, kann das den amerikanischen Steuerzahler mehrere Milliarden Dollar kosten.”

Liddys Nachfolger steht eine schwierige Gratwanderung bevor. Einerseits muss der neue Chef die Abwanderung der Versicherungskunden aufhalten und die Staatshilfen von 182,5 Mrd. Dollar zurückzahlen. Andererseits muss er den Vorgaben des Kongresses und des Finanzministeriums nachkommen. Um Kapital zu bekommen, sucht der Konzern nach Käufern für verschiedene Geschäftsbereiche von der Lebensversicherung bis zum Flugzeug- Leasing. “Leider braucht man bei Firmensanierungen jemanden, der bereit ist, den Part des Bösewichts zu übernehmen, und anschließend das Feld zu räumen für eine Lichtgestalt. Diesen Jemand muss man fürstlich entlohnen”, erklärt Phillip Phan, Professor an der John Hopkins Carey Business School in Baltimore.

Martin Sullivan, der letzte AIG-Chef, der ein volles Jahr im Amt war, bezog 2007 insgesamt 14,3 Mill. Dollar. Er wurde im vergangenen Jahr durch Robert Willumstad ersetzt, der im September wiederum von Liddy abgelöst wurde. Im vergangenen Jahr verzeichnete AIG auf Grund der Verluste mit faulen Krediten ein Minus von 99,3 Mrd. Dollar, nach einem Gewinn von 6,2 Mrd. Dollar im Jahr zuvor.

“Wir haben kein Problem damit, wenn Manager genug für eine angemessene Lebensführung verdienen”, sagt der demokratische Abgeordnete Cummings im Interview mit Bloomberg. “Aber die Vergütung muss sich nach der Leistung richten und darf nicht zu Überzogener Risikobereitschaft verleiten.” Der Politiker zeigt kein Verständnis für die Boni in Höhe von 165 Mill. Dollar, die der AIG seinen Angestellten im März zahlte.

Ein mit dem Präsidentensalär vergleichbares Gehalt würde nach Einschätzung von Howard Wheeldon von BGC Partners LP in London keineswegs ausreichen, um die Anforderungen an den neuen AIG-Chef angemessen zu vergüten. Ein geeigneter Kandidat werde niedrige Bezüge wohl nur für einen kurzen Zeitraum akzeptieren - und auch das nur mit der Aussicht auf eine Aufstockung der Bezüge.

John Challenger, CEO von Challenger Gray, sieht in der Leitung von AIG zudem ein gewaltiges Risiko für die Reputation des neuen Top-Managers. “Man sollte meinen, die Leitung eines solchen Konzerns wäre die Krönung einer Karriere”, sagt Challenger. “Aber weil Washington sich einmischen wird, ist die Position für jeden Manager riskant. Die Leute, die am besten qualifiziert sind, werden ihren Ruf nicht aufs Spiel setzen wollen. Man müsste verrückt sein, den Job anzunehmen.”

Nach Ansicht von Challenger müsste man einen Kandidaten finden, der die Leitung von AIG als Dienst an der Öffentlichkeit betrachtet. Einen wie Liddy, der die Rolle als AIG-Chef als “intellektuell anregendste” Position in Amerika empfand.

( Bloomberg )


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren

 
 
loading..

Archivsuche:


 
(14-punkt-ig-er) Morning Espresso für Trader, 9.2.
 
09.02.2012
Guten Morgen, liebe Leser!  Die wichtigsten Indizes an der Wall Street konnten am Mittwoch mit leichten Zugewinnen aus dem Handel gehen. Dabei wurde die Stimmung der Investoren durch die Hoffnung auf eine baldige Lösung im griechischen Schulden...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 8. Februar
 
Robert Gillinger, 08.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, dass es manchmal ein bisschen später werden kann in Griechenland, wissen wir zumindest von unseren Urlauben dorthin. Warum sollte es also beim Rettungspaket anders sein? Auch das entscheidende Treffen der Parteichefs mi...
weiterlesen


Zins Express
 
Robert Gillinger, 08.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, morgen tagt die EZB - zum dann vierten Mal unter Mario Draghi. Erwarten sollten wir uns von dieser Sitzung nichts - auch wenn das für den bisher so umtriebigen Notenbanker doch etwas ungewöhnlich wäre. Und seien wir fro...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 7. Februar
 
Christoph Rohrmoser, 07.02.2012
Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Gold und Silber verharren in der Seitwärtslinie, die Börsen sich leicht unter Druck. Man wartet, wie es in Griechenaland weitergehen soll. Japan überlegt weitere Eingriffe am Devisenmarkt, wenn dies nötig werd...
weiterlesen


Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 07.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, mitten in der angefachten Diskussion, ob wir Griechenland nicht doch den freiwilligen Austritt aus der Euro-Zone nahelegen sollten, meldet sich der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Delors zu Wort. Es gebe "mange...
weiterlesen


Fonds-Express
 
Robert Gillinger, 06.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, Für Griechenland wird es eng: Am Wochenende hat Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker eine Staatspleite öffentlich als Möglichkeit genannt. Heute setzten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy nach. Immer offener wird ein Au...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 6. Februar
 
Christoph Rohrmoser, 06.02.2012
Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Der Euro verliert etwas gegenüber dem Dollar, die Börsen sind aus dem leichten Minus fast ins Plus vorgerückt. Gold ist knapp 1% tiefer, aber Silber hat den deutlichen Absacker auf 33,0 bereits wieder nahezu w...
weiterlesen