Japans Finanzaufsicht SESC weitet ihre Aktivitäten aus. Neu auf dem Radar der Fahnder auf der Spur von Marktmanipulationen sind jetzt auch Fonds, die in Kunstwerke sowie solche, die in Rennpferde investieren.
“Wir dehnen die Beobachtungen aus, um private Anleger zu schützen. Wir werden Anstrengungen unternehmen, die Aktivitäten der neuen Beobachtungsziele zu verfolgen”, sagte Shuichi Sonoda, Leiter des Inspektorats bei der SESC im Interview.
Neun Fonds und Broker sollen genauer geprüft werden, die sogenannte wenig liquide Anlageprodukte an Private verkaufen, heißt es auf der SESC-Website. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war keine dieser Unternehmungen Gegenstand einer Prüfung der japanischen Finanzaufsicht. Sonoda wollte keine Einzelheiten nennen. Er ließ die Frage unbeantwortet, ob es sich um eine Routineuntersuchung handele.
Im September begann die Behörde eine Prüfung beim Fonds Epsom Aiba-Kai, der Gelder in Rennpferde investiert. Private Anleger erhalten eine Ausschüttung, wenn ein Pferd des Fonds gewinnt. Auch beim Kunstfonds Art Investment Bank Ltd. soll untersucht werden, ob alles ordnungsgemäß läuft und Privatanleger nicht hinters Licht geführt werden. Hier werden Gewinne an die Fondseigner ausgeschüttet, wenn Kunstwerke mit Gewinn verkauft werden. Vertreter beider Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.
Insgesamt ist die Zahl der Broker, die von der SESC unter die Lupe genommen werden, rückläufig. Waren es vor fünf Jahren 107, so fiel deren Zahl in den vergangenen zwölf Monaten bis Juni 2009 auf 89, wie aus dem Jahresbericht der Finanzaufsicht hervorgeht.
Takao Saga vom japanischen Aktienforschungsinstitut in Tokio begrüßte die Ankündigung der Behörde. Er hat beobachtet, dass kleine Fondsgesellschaften in Japan wie Pilze aus dem Boden schießen. Sie offerieren Privatanlegern Aussicht auf Gewinne oder Verluste mit Spekulationen auf alle möglichen Anlageobjekte. Als Beispiele nennt Saga Wein, Lebensmittelläden und Fotomodelle. “Die Privatanleger sind in einer angreifbaren Position. Sie könnten übers Ohr gehauen werden, wenn die Regierung ihre Maßnahmen zur Überwachung nicht ausweitet”, sagte Saga.
( Bloomberg )






