Sorgen um eine Blasenbildung an den Finanzmärkten hält ein führender Volkswirt der Ratingagentur Fitch für verfrüht und übertrieben. Auch die Inflation werde durch die umfangreichen Rettungspakete der Staaten nicht automatisch anwachsen, sagte David Rile.
Derzeit setzen die extrem niedrigen Leitzinsen in den USA, in Grossbritannien und Japan den Wert des US-Dollar erheblich unter Druck und blähen die Aktienkurse in vielen Fällen künstlich auf, hatte kürzlich der US-Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini erklärt. Verschiedene Rohstoffe und insbesondere Gold bewegen sich nahe ihrer Allzeithochs, während günstige Zinsen für Kredite die Preise für Immobilien und Aktien deutlich voranbringen, etwa in Grossbritannien und in China. Roubini hatte die Subprime-Kreditkrise im Jahre 2007 korrekt vorausgesagt.
“Einige der Sorgen über eine zu hohe Bewertung von Aktien und anderen Anlageformen sind übertrieben”, sagte Riley. Die steigenden Preise seien ein beabsichtigter Teil der Erholung - nur wenn die Entwicklung der Kontrolle entgleite, sei eine erhöhte Sorge über künftige Blasen gerechtfertigt. Derzeit sei es aber dafür zu früh, sagte er.
Der breite US-Aktienindex S&P 500 hat sich in diesem Jahr insgesamt um 21 Prozent erholt und konnte in sieben der letzten acht Monate zulegen - begünstigt durch die niedrigen Leitzinsen und eine besonders grosszügige Liquiditätsversorgung durch die US-Notenbank Fed. Die Massnahmen der Zentralbank trugen dazu bei, dass die USA die schwerste Rezession seit mehreren Jahrzehnten hinter sich lassen. Am 7. November hatte der Weltwährungsfonds IWF den Regierungen rund um den Globus empfohlen, ihre Stimulierungsmassnahmen eher länger beizubehalten als zu früh zurückzunehmen. Zur Begründung hiess es, die Inflation werde niedrig bleiben und das Wachstum der Wirtschaft rund um den Globus eher zögerlich ausfallen.
(Bloomberg)






