Die Grazer Wechselseitige Versicherung (GraWe Group Graz) hat im Geschäftsjahr 2008 einen kräftigen Rückgang beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sowohl in Österreich als auch im Konzern hinnehmen müssen. Im Kernmarkt Österreich sank das EGT von 41,5 auf 11,3 Mio. Euro; im Konzern von 274,1 auf 15,4 Mio. Euro. Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, so Vorstandsvorsitzender Othmar Ederer (im Bild) am Mittwoch, dass in die Bilanz 2007 mit dem Anteilsverkauf an der Kärntner Hypo Group Alpe-Adria ein ausserordentlich hoher Beitrag eingeflossen sei.
In "stürmischen Zeiten" und einem "wirtschaftlich schwierigen Umfeld" habe man sich gut gehalten, sagte Ederer. Man habe die Sache weitestgehend ohne Schaden überstanden, nur 4,5 Prozent der Aktien seien börsenotiert, und man habe keine toxischen Papiere im Bestand und keine Staatshilfen erhalten. Die globale Finanzkrise spiegle sich vor allem in sinkenden Erträgen aus Kapitalveranlagungen wider.
Was das Berufungsverfahren vor dem EuGH gegen die Strafe der EU-Kommission wegen des Bank Burgenland-Kaufs betreffe, so sei er, Ederer, noch zuversichtlicher als noch im April, dass das Urteil aufgehoben werde. Im Vorjahr hatte die Kommission entschieden, dass beim Verkauf der Bank vom Land Burgenland an die GraWe zu wenig Geld geflossen sei, eine ukrainische Bietergruppe war nicht zum Zug gekommen. Dagegen war vom Land und von der Republik Berufung eingelegt worden. Ederer meinte auf Befragen, dass derzeit noch Gespräche liefen, zu denen er nichts sagen könne. Burgenlands Finanzlandesrat Helmut Bieler hatte kürzlich gemeint, der damalige ukrainische Bieter wäre heute nicht in der Lage, den Kaufpreis zu zahlen.
(APA/red)









