Der chinesische Staatsfonds China Investment Corp. (CIC) will sich bei seinen Investments im Ausland auf den Kauf von Rohstoffunternehmen und Immobilien konzentrieren. Der Fonds hat 110 Mrd. Dollar (74 Mrd. Euro für solche Investments zur Verfügung und verwaltet insgesamt knapp 300 Mrd. Dollar.
“Mittel- und langfristig wird am Markt Inflation erwartet, und der Wert der wichtigsten Weltwährungen muss voraussichtlich auf ein neues Gleichgewichtsniveau fallen”, sagte CIC- Vorsitzender Lou Jiwei auf einer Veranstaltung in Peking, wie aus einer Aufzeichnung seiner Rede auf dem Finanzportal Hexun.com hervorgeht. Er bezeichnete Investments in Rohstoffe sowie in Immobilien als Absicherung gegen eine steigende Inflation.
Mit den Investments will der Staatsfonds aber auch das Wachstum in der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaft der Welt stützen. Dazu hat er im September mindestens 3,69 Mrd. Dollar investiert. Unter anderem erwarb er Anteile an dem indonesischen Bergbaukonzern PT Bumi Resources und dem Rohstoffhandelshaus Noble Group Ltd. in Hongkong. Auch an der in London notierten Sparte der staatlichen Energiegesellschaft Kasachstans ist er beteiligt.
“China muss seine Devisenreserven über US-Staatspapiere hinaus erweitern und braucht gleichzeitig Rohstoffe, daher muss es auch aus staatsstrategischen Gründen in Mineralien investieren”, beschrieb Helen Wang, Analystin bei DBS Vickers Hong Kong Ltd. in Schanghai. “Was die Preise betrifft, ist jetzt vielleicht nicht der beste Zeitpunkt. Aber wahrscheinlich setzen sie darauf, dass die Rohstoffpreise in den nächsten fünf bis zehn Jahren weiter anziehen werden.” Seit Jahresanfang hat sich der Preis für Kupfer annähernd verdoppelt, nicht zuletzt aufgrund der Nachfrage aus China. Rohöl ist im gleichen Zeitraum 86 Prozent teurer geworden.
Der Staatsfonds habe mit seinen Investments im Ausland in diesem Jahr “kein schlechtes” Ergebnis erzielt, nachdem er mehr Kapital in Aktien, Bergbauwerte, Energie und Immobilien gesteckt habe, sagte Lou. Nach dem Platzen zahlreicher Blasen bei Vermögenswerten sehe CIC Investmentgelegenheiten bei zahlreichen Rohstoffunternehmen, führte er aus. “Unser Strategieziel ist eine langfristig dem Risiko angepasste Rendite, ein Gewinn”, erklärte er. “Die Gelegenheit ist da. Mir ist egal, wie viele Tonnen Öl nach China transportiert werden, wichtig ist mir, ob Aktien mehr Geld wert sind.”
Allerdings solle CIC “einen bestimmten Prozentsatz” seiner Investments für Rohstoffe vorsehen, weil diese wichtig für Chinas Wirtschaftswachstum seien, räumte Lou ein. Der Staatsfonds habe einen größeren Teil seiner Investments in den Bereichen Bergbau, Energie und Immobilien über Fremdfirmen am offenen Markt getätigt und der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt, sagte er. Direkte Investments seien weniger effizient und schwieriger zu ändern.
( Bloomberg )






