BElogs foonds
 
 Last 24h: 4 

Twitter

 
Infofolder:
CD
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 14:11, 30.8.2014

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Kommentar

"Japans Notenbank auf gefährlichem Kurs"   Facebook be



15.02.2013
 

Kommentar von Robert Spector, CFA Portfolio Manager bei MFS

Die jüngste Schwäche des japanischen Yen hat große gesamtwirtschaftliche Folgen, die über die Devisenmärkte hinausgehen. Seit dem Sommer 2012 ist der Yen gegenüber dem US-Dollar um 15 % gefallen, gegenüber dem Euro um 25 %. An den Devisenmärkten sind das große Veränderungen. Andere Assetklassen haben positiv darauf reagiert, da die Yen-Abwertung als ein Zeichen für eine gestiegene Risikobereitschaft gesehen wird. In den letzten Jahren galt der Yen als ein sicherer Hafen. Heute fragen wir uns, ob ein schwächerer Yen mit steigenden Aktien- und Unternehmensanleihekursen sowie Verlusten bei Staatsanleihen einhergeht.

Unserer Ansicht nach ist die Schwäche des Yen einem Regimewechsel der Notenbank zu verdanken. Offensichtlich bemühen sich die Notenbank und die neue Regierung jetzt sehr viel intensiver als früher, die nicht enden wollende Deflation und wirtschaftliche Stagnation zu überwinden. Noch gehen die japanischen Verbraucherpreise um 0,1 % jährlich zurück. Die Notenbank hat aber soeben ein offizielles Inflationsziel von 2 % verkündet. Und sie wird ihre Offenmarktgeschäfte, also Wertpapierkäufe, so lange fortsetzen, bis das Ziel erreicht ist. Sowohl die Fed und - in naher Zukunft wohl auch - die EZB weiten ihre Bilanzen aus. So viel Geld wie die japanische wird jedoch voraussichtlich keine der beiden Notenbanken drucken. Uns überrascht es daher nicht, dass der Yen abwertet und die japanischen Aktienkurse deutlich gestiegen sind.

Sind das nun gute Aussichten für Japan und die Weltwirtschaft? Eine einfache Antwort wäre schön. Doch wir sehen das Risiko von Währungskriegen. Wenn die Binnenwirtschaft schwach ist, weil Verbraucher und Unternehmen Schulden abbauen, versuchen viele Länder sich in den Export zu retten. Aber das ist bei unterdurchschnittlichem Wachstum der Weltwirtschaft nicht einfach. Das Bestreben, die eigene Währung zu schwächen und dadurch Weltmarktanteile zu gewinnen, ist dann naheliegend. Aber eine Abwertung der eigenen Währung bedeutet eine Aufwertung der übrigen Währungen. Die Folge ist ein Abwertungswettlauf, der am Ende zu nichts führt.

Besonders besorgniserregend ist die Aufwertung des Euro gegenüber dem Yen. Der Euroraum braucht Wachstum, um aus der Schuldenkrise herauszukommen. Der Aufschwung in Deutschland ist beeindruckend, aber die Angst groß, dass die japanischen Wechselkursmanipulationen den deutschen Exporten schaden. Am Ende wird die EZB gezwungen sein, Geld zu drucken, um den Euro zu schwächen. Im Währungskrieg entstünde dann eine neue Front. Wir sind überzeugt: Japan hält seine Währungspolitik nicht für einen Angriff auf andere Länder, sondern einzig und allein für eine Maßnahme, die jahrzehntelange Deflation zu überwinden. Aber natürlich gibt es hier unterschiedliche Auffassungen.

Ein anderes wichtiges Thema ist die Unabhängigkeit der Notenbanken - seit Jahrzehnten ein Grundpfeiler solider Wirtschaftspolitik. Technisch sind die Notenbanken der meisten Industrieländer Teil der Regierung, doch sind sie meist autonom und können ihre eigene Geldpolitik verfolgen. Doch in Zeiten des Schuldenabbaus erscheint eine enge Zusammenarbeit von Notenbanken und Regierungen immer wichtiger - so wie zurzeit in Japan. Das ist nicht ungefährlich! Es besteht die Gefahr einer Staatsfinanzierung über die Notenpresse und damit einer langfristig höheren Inflation. Doch nicht nur in Japan werden die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt. Fed und EZB verhalten sich ähnlich: die Fed mit ihrem Quantitative Easing Programm sowie einer nicht mehr nur an der Inflation, sondern auch am Arbeitsmarkt orientierten Geldpolitik; die EZB mit ihren Outright Monetary Transactions. Wir befinden uns bereits jetzt auf einem gefährlichen Weg.


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

27.08.2014
Wolfgang
Matejka

Der Zwang zum ­Realitycheck
20.08.2014
Wolfgang
Matejka

Triple B: Banken – Bonds – Bubbles
 
 
loading..

Archivsuche:


Fonds-Matrix
DNB     Vontobel

 
Aktuelle Newsletter
Die (un)heimliche Macht der Ratingagenturen - foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 29. August
 
Harald Fercher, 29.08.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

"Die (un)heimliche Macht der Ratingagenturen" titeln wir heute und weiter:
"Trotz Skandalen und Finanzkrise: Ihre Macht ist ungebrochen. Die drei Großen der Branche vergeben 95% aller Ratings und entscheide...
weiterlesen


New Media Express
 
Thomas Zehetbauer, 29.08.2014
n/a
weiterlesen


Zertifikate Express
 
Michael Plos, 29.08.2014
Liebe LeserInnen! Willkommen bei der neuen Ausgabe des österreichischen Newsletters für Zertifikate und CFDs! Der heutige Gastkommentar stammt von Kemal Bagci. Er gehörte in den vergangen Jahren zu den fleißigsten BEloggern im Zertifikateb...
weiterlesen


Immo Express
 
Robert Gillinger, 28.08.2014
Liebe LeserInnen, anbei erhalten Sie die neueste Ausgabe Ihres Immo Express Viel Spaß beim Lesen wünscht, Robert Gillinger PS: Mit wenigen Klicks zu viel Information. Empfehlen Sie uns bitte weiter, unter http://www.boerse-express.com...
weiterlesen


Kredite weiter rückläufig - Quo vadis EZB? / foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 28. August
 
Harald Fercher, 28.08.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

die einzigen, die derzeit von den Niedrigstzinsen im Euroland profitieren sind die Staaten der Eurozone. Die Renditen fallen immer weiter. So erreichte die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen ein Rekordtief ...
weiterlesen


Venture Woche: Crowdinvesting, 1000x1000.at, Franz Klammer, Green Rocket, Montana Tech, Akatech, Quadriga Capital, etc.
 
Christine Petzwinkler, 28.08.2014
Liebe VC-/PE-Community! Nach einer kurzen Sommerpause geht es wieder mit neuen Crowdinvesting-Kampagnen los. Zum einen kann man es derzeit Franz Klammer nachmachen und in ein Kärntner Tourismus-Projekt investieren, zum anderen in einen heimisch...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 27. August
 
Harald Fercher, 27.08.2014
Sehr geehrte LeserInnen,

die Bullen sind zurück. In den USA und auch in Österreich, wo der ATX heute den dritten Tag in Folge zulegen kann. Die Renditen europäischer Bonds fallen weiter und die deutschen Bundesanleihen verzeichnen ein n...
weiterlesen